Ein Fund in Spanien hat dazu beigetragen, der Enträtselung der Herkunft des Menschen einen Schritt näher zu kommen

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Drei Fragmente eines alten Schädels haben Wissenschaftler dazu veranlasst, die Geschichte der menschlichen Evolution neu zu betrachten
Aussehen und vermutete Anordnung der Fragmente des Scheitelbeins von Homo antecessor. Die schwarzen gepunkteten Linien kennzeichnen die Schädelnähte. Quelle: Journal of Human Evolution (2026). DOI: 10.1016/j.jhevol.2026.103870.
21:00, 05.08.2026

Drei kleine Schädelfragmente eines Urmenschen, die im spanischen Atapuerca gefunden wurden, haben Wissenschaftlern geholfen, eine der wichtigsten Phasen der menschlichen Evolution besser zu verstehen. Die Untersuchung ergab, dass die Schädelstruktur des Homo antecessor Merkmale sowohl älterer Menschen als auch moderner Menschen mit denen der Neandertaler vereint, was diese Art zu einem der wichtigsten Kandidaten für die Rolle eines nahen Verwandten ihres gemeinsamen Vorfahren macht.



Die Forscher untersuchten drei Fragmente des Scheitelbeins erwachsener Exemplare des Homo antecessor, die in der Höhle Gran Dolina im Atapuerca-Gebirge (Spanien) gefunden wurden.

Zur Analyse wurde die Computertomographie eingesetzt, die es ermöglichte, die drei Schichten des Schädelknochens – die äußere Platte, die spongiöse Schicht und die innere Platte – getrennt voneinander zu vermessen.

Dies ist die erste Studie, in der es gelungen ist, die Schädelstruktur dieser alten Art so detailliert mit anderen Vertretern der Gattung Homo zu vergleichen.

Details

Die Gesamtdicke der Schädelknochen des Homo antecessor erwies sich als vergleichbar mit den Werten moderner Menschen und Neandertaler. Dabei ist sie deutlich geringer als beim Homo erectus und anderen älteren Vertretern der Gattung Homo.

Die dickste Schicht in allen untersuchten Proben bildete das spongiöse Knochengewebe – ein Merkmal, das auch bei modernen Menschen und Neandertalern zu beobachten ist.

Gleichzeitig wiesen einige strukturelle Details Unterschiede auf: Die äußere Knochenschicht erwies sich als relativ dünner, die innere hingegen als dicker.

Warum dies wichtig ist

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Homo antecessor eine sogenannte „mosaikartige Anatomie“ aufweist – eine Kombination aus primitiven und moderneren Merkmalen.

Die neuen Ergebnisse ergänzen die vorhandenen Daten und stützen die Hypothese, dass diese alte Art sehr nahe an der evolutionären Linie stand, aus der später die Neandertaler und der moderne Mensch hervorgingen.

Die Autoren betonen jedoch, dass es noch zu früh ist, endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen: Es wurden bislang nur wenige Überreste gefunden, und jeder neue Fund könnte die Vorstellungen über die Evolution dieser Art verändern.

Quelle

Studie: Rafael Gallareto-Sande et al. Parietal thickness and Homo antecessor: A description of three new fragments from Gran Dolina, Atapuerca, Spain.

Zeitschrift: Journal of Human Evolution (2026).

Myroslav Tchaikovsky
schreibt über Archäologie bei SOCPORTAL.INFO

Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.

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