Es ist bekannt geworden, warum Sherpas die Höhe leichter ertragen können
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Wissenschaftler der Mount Royal University (Kanada) unter der Leitung von Dr. Trevor Day haben herausgefunden, dass sich die Nieren als entscheidendes Organ für die Akklimatisierung in großen Höhen erweisen.
Ihre Studie veranschaulicht auch, warum die in Tibet lebenden Sherpa viel besser in der Lage sind, dünne Luft zu ertragen.
In ihrer Arbeit, die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, beschreiben die Forscher, wie sie das Blut und die Atmung der Teilnehmer untersuchten, während sie allmählich auf eine Höhe von 4.300 Metern im Himalaya (Nepal) aufstiegen. An dem Experiment nahmen zwei Gruppen teil: "Ebene" (Menschen, die nicht an die Berge gewöhnt sind) und "Berg" (Sherpas, deren Vorfahren seit Jahrhunderten in hochgelegenen Gebieten leben).
Was die Wissenschaftler herausfanden
Sherpas zeigten eine schnellere und umfassendere Umstrukturierung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut, wenn ihnen der Sauerstoff entzogen wird. Einfach ausgedrückt, ihre Körper kamen besser mit dem reduzierten Sauerstoffgehalt in der Luft zurecht. Möglich wurde dies durch die koordinierte Arbeit des Atmungssystems (das versucht, die Belüftung der Lungen zu intensivieren) und der Nieren (sie regulieren das Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes, indem sie überschüssige Säuren oder Basen loswerden).
Infolgedessen hatten die Sherpas ihren pH-Wert im Blut bereits auf 4.300 Metern stabilisiert, während die "normalen" Teilnehmer weiterhin Probleme mit der "Alkalisierung" ihres Körpers hatten (sie blieben in einem Zustand, in dem das Blut zu alkalisch war).
Warum das wichtig ist
Heutzutage leben oder reisen immer mehr Menschen in großen Höhen, wo der niedrige Sauerstoffgehalt eine ernsthafte Belastung für den Körper darstellen kann. Das Verständnis der Mechanismen der Akklimatisierung hilft nicht nur bei der Entwicklung von Richtlinien für diejenigen, die Berge sicher "bezwingen" wollen, sondern liefert auch neue Erkenntnisse über die Funktionsweise der Nieren, des Atmungssystems und der gesamten menschlichen Physiologie.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass Hochgebirgsvölker wie die Sherpas besondere 'genetische' und physiologische Vorteile in Bezug auf die Nierenfunktion entwickelt haben, die es ihnen ermöglichen, besser mit Sauerstoffmangel umzugehen. Laut Dr. Day zeigt die Arbeit genau, welche Art von "Selektionsdruck" (Selektionspfad) diese Fähigkeit hervorgebracht hat.
Die Mount Royal-Studentinnen Nicole Johnson und Jessica Dickenson waren die Erstautoren der Studie, zusammen mit ihrem Mentor und anderen Kollegen. Ihre Ergebnisse werden Wissenschaftlern helfen, besser zu verstehen, wie sich verschiedene Gruppen von Menschen an das Leben in den Bergen anpassen und was getan werden kann, um die Gesundheit von Wanderern und Bergsteigern zu schützen, wenn sie in große Höhen aufsteigen.
Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (2024). DOI: 10.1073/pnas.2412561121
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













