Wie fühlen sich Menschen, bevor sie sterben? Wissenschaftler haben etwas entdeckt, das allen Menschen gemeinsam ist

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Was bei Nahtoderfahrungen im Gehirn passiert: Wissenschaftler haben Muster gefunden
03:00, 04.04.2025

Was mit dem Gehirn bei Nahtoderfahrungen geschieht.



Warum sprechen Menschen an der Schwelle zum Tod von lebhaften Bildern, Tunneln aus Licht und einem Gefühl des Friedens? Forscher der Universität Lüttich (Belgien) haben das erste neurowissenschaftliche Modell vorgeschlagen, das verschiedene Daten aus Biologie, Psychologie und Evolution kombiniert, um zu erklären, was in solchen Momenten mit dem Gehirn geschieht.

Details: Charlotte Martial et al, A neuroscientific model of near-death experiences, Nature Reviews Neurology (2025). DOI: 10.1038/s41582-025-01072-z

Die Studie wurde in Nature Reviews Neurology veröffentlicht und basiert auf Daten von Überlebenden eines Herzstillstands, Tierstudien und der Erforschung der Wirkung von Psychedelika.

Den Forschern zufolge wird die Auslösung von Nahtoderfahrungen beeinflusst durch:

  • sauerstoffmangel (Hypoxie);

  • überschüssiges Kohlendioxid;

  • einen plötzlichen Abfall des Energieniveaus in den Gehirnzellen;

  • die Freisetzung großer Mengen von Neurotransmittern (Substanzen, die Signale zwischen Gehirnzellen übertragen).

Infolgedessen werden die Rezeptoren für Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und andere Neurotransmitter aktiviert, was zu lebhaften visuellen Bildern, einem Gefühl der Ruhe, dem Verlust des Zeitgefühls und sogar zum "Verlassen des Körpers" führt.

Interessanterweise können Nahtoderfahrungen laut der Studie ähnlich sein wie Zustände, die durch Psychedelika wie Ketamin oder DMT ausgelöst werden. Das erklärt, warum die Menschen etwas Ungewöhnliches empfinden, aber ähnliche Bilder beschreiben.

Sie fanden auch heraus, dass Menschen, die eine erhöhte Tendenz zur Dissoziation (Ablösung) oder zum "Eindringen" von Traumfragmenten in den Wachzustand (wie bei Narkolepsie) haben, anfällig für solche Zustände sind.

Auf der Grundlage all dieser Daten haben die Wissenschaftler ein neues Modell namens NEPTUNE entwickelt. Es erklärt, wie und warum solche Erfahrungen auftreten und was sie mit Überlebensmechanismen bei Tieren gemeinsam haben, z.B. sich in einer gefährlichen Situation tot zu stellen.

Die Forscher betonen, dass ihre Theorie zwar noch weiterer Beweise bedarf, aber sie könnte die Art und Weise verändern, wie wir das Gehirn und das Bewusstsein verstehen und sogar neue Ansätze für medizinische Protokolle bei Herzstillstand definieren.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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