Wissenschaftler haben einen Fisch entdeckt, der wie ein Seepferdchen aussieht, aber keines ist

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Wissenschaftler haben einen Fisch entdeckt, der sich äußerlich kaum von einem Seepferdchen unterscheidet
Ein Museumsexemplar des Fisches Australyichthys aegis. Quelle: Journal of Lost Species (2026). DOI: 10.66264/y1ffbcwb.
20:00, 05.08.2026

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat eine neue Fischgattung beschrieben, deren Vertreter jahrzehntelang für ungewöhnliche Seepferdchen gehalten wurden. Computertomographie und DNA-Analysen haben jedoch gezeigt, dass diese winzigen Fische lediglich äußerlich an Seepferdchen erinnern, tatsächlich aber einer eigenständigen evolutionären Linie angehören.



Die neue Art erhielt den Namen Australyichthys aegis. Ihre Länge überschreitet nicht die Größe eines menschlichen Daumens.

Äußerlich ist der Fisch kaum von einem Seepferdchen zu unterscheiden: Er hat denselben gebogenen Kopf, einen greiffähigen, gewundenen Schwanz und bei den Männchen einen vollständig geschlossenen Brutbeutel, in dem sich der Nachwuchs entwickelt.

Genau aus diesem Grund wurde er viele Jahre lang der Gattung der Seepferdchen zugeordnet.

Details

Das einzige bekannte Exemplar der neuen Art wurde bereits im Jahr 2006 während einer Expedition zur Erforschung mariner Wirbelloser zufällig vom Meeresboden vor der Südküste Australiens geborgen.

Da die Wissenschaftler damals nicht nach Fischen, sondern nach Pteropoden suchten, wurde der Fund irrtümlicherweise an die Wirbellosen-Sammlung des South Australian Museum weitergeleitet, wo er viele Jahre lang unbemerkt blieb.

Insgesamt sind heute nur sieben Exemplare dieser Gattung bekannt, die in den letzten 65 Jahren zufällig gesammelt wurden.

Da die Wissenschaftler die seltenen Museumsexemplare nicht sezieren konnten, griffen sie auf die Mikrocomputertomographie zurück, mit deren Hilfe dreidimensionale Modelle der Skelette erstellt werden konnten.

Es stellte sich heraus, dass sich der innere Aufbau dieser Fische erheblich von dem echter Seepferdchen unterscheidet. So fehlt ihnen beispielsweise die charakteristische knöcherne „Krone“ am Kopf sowie die besondere Struktur des Bauchbereichs.

Eine zusätzliche DNA-Analyse bestätigte diese Schlussfolgerungen: Australyichthys gehört nicht zur Gattung der Seepferdchen, ist jedoch ein naher Verwandter dieser.

Den Forschern zufolge ist diese Entdeckung ein eindrucksvolles Beispiel für konvergente Evolution – eine Situation, in der nicht miteinander verwandte Organismen aufgrund einer ähnlichen Lebensweise unabhängig voneinander ein nahezu identisches Erscheinungsbild entwickeln.

Daraus folgt, dass sich die charakteristische Körperform des Seepferdchens in der Familie der Nadelfische mindestens zweimal entwickelt hat.

Niemand hat diese Fische jemals lebend gesehen

Alle bekannten Exemplare wurden zufällig mit Schleppnetzen in einer Tiefe von 50 bis 125 Metern gefangen. In ihrem natürlichen Lebensraum wurden diese Fische bislang noch von niemandem beobachtet.

Die Autoren betrachten sie als sogenannte „verlorene Arten“ – Organismen, die nur anhand weniger Museumsexemplare bekannt sind. Dies bedeutet nicht, dass sie ausgestorben sind, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit spezieller Such-Expeditionen.

Quelle

Studie: Graham Short et al.

Australyichthys gen. nov. (Teleostei, Syngnathidae), eine verlorene mesophotische Abstammungslinie aus Südaustralien…

Zeitschrift: Journal of Lost Species (2026).

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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