Wissenschaftler haben herausgefunden, wie man die Hauptursache für Fettleibigkeit bekämpfen kann

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Wissenschaftler entschlüsseln den Schlüssel zur Leptinresistenz: Wie man die Ursache der Fettleibigkeit besiegen kann
Credit: Unsplash/CC0 Public Domain
08:00, 07.03.2025

Weltweit hat sich die Zahl der fettleibigen Menschen seit 1990 verdoppelt und nähert sich einer Milliarde.



90% von ihnen haben eine sogenannte Resistenz gegen Leptin, ein Hormon, das von den Fettzellen ausgeschüttet wird und den Appetit "ausschalten" soll. Normalerweise reagiert der menschliche Körper auf einen erhöhten Leptinspiegel mit einem Sättigungssignal. Bei fettleibigen Menschen ist dieser Prozess jedoch "gestört": Das Gehirn "hört" das Signal "es ist Zeit aufzuhören" nicht.

Dieses Rätsel ist den Wissenschaftlern seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge, seit 1994, als das Labor von Jeffrey M. Friedman (Jeffrey M. Friedman) an der Rockefeller University das Gen Leptin erstmals isolierte. Doch nun ist es einem Forscherteam unter der Leitung von Bowen Tan und Kristina Hedbacker nach eigenen Angaben gelungen, den neuronalen Mechanismus für die Entwicklung der Leptinresistenz zu identifizieren und, was noch wichtiger ist, einen Weg zu finden, ihn in Modellmäusen umzukehren.

Lesen Sie mehr: A Cellular and Molecular Basis of Leptin Resistance, Cell Metabolism (2025). DOI: 10.1016/j.cmet.2025.01.001. www.cell.com/cell-metabolism/f ... 1550-4131(25)00001-4

Leptin und das "heikle" Rezeptorziel

  • Normalzustand: Die Fettzellen produzieren Leptin, das, sobald es einen bestimmten Wert erreicht, dem Gehirn "befiehlt", den Appetit zu reduzieren und den Energieverbrauch zu erhöhen.
  • Fettleibigkeit: Das Gehirn reagiert nicht mehr angemessen auf hohe Leptinkonzentrationen (ähnlich wie Diabetes die Insulinempfindlichkeit verringert).

Die Autoren einer neuen Arbeit, die in Cell Metabolism veröffentlicht wurde, haben gezeigt, dass bei Mäusen, die eine kalorienreiche Diät einhalten, der mTOR-Signalweg, der für die Regulierung des Stoffwechsels und das Zellwachstum verantwortlich ist, hyperaktiviert ist. Infolgedessen wird Leptin, obwohl es in großen Mengen vorhanden ist, von wichtigen hypothalamischen Neuronen nicht "wahrgenommen".

Wie war es möglich, das Signal wieder "einzuschalten"?

Die Forscher testeten das Medikament Rapamycin (Rapamycin), das mTOR hemmt, an vier Gruppen von Mäusen:

  1. Gesunde, die mit einer normalen Diät gefüttert wurden;
  2. "Gesunde", die aber auf eine fettreiche Ernährung umgestellt wurden (entwickelten Leptinresistenz und Fettleibigkeit);
  3. Mäuse, die kein eigenes Leptin hatten, sondern denen Leptin von außerhalb des Körpers verabreicht wurde;
  4. Kontrollgruppen mit anderen Modifikationen.

Bei den fettleibigen Nagetieren wurde durch die Einnahme von Rapamycin die Leptinempfindlichkeit wiederhergestellt, so dass sie Gewicht verloren, indem sie die Fettmasse reduzierten, während das Muskelgewebe erhalten blieb. Den Forschern zufolge handelt es sich hierbei um einen seltenen Fall von "selektivem" Gewichtsverlust, bei dem hauptsächlich Fett und nicht Muskeln abgebaut werden - normalerweise werden im Zuge einer Diät oder Therapie beide verloren.

Die Schlüsselrolle der POMC-Neuronen

Die Autoren führten eine Reihe von Experimenten durch, die zeigten, dass die Wirkung von Rapamycin auf eine Gruppe von Neuronen abzielt, die das POMC-Gen exprimieren. Diese Neuronen sind seit langem als Schlüsselregulatoren für die Wirkung von Leptin bekannt. Durch die Aktivierung dieser Neuronen hebt das Medikament die Blockade der Sättigungssignalisierung auf. Professor Friedman sagt, dass dies mit früheren Erkenntnissen übereinstimmt: Wenn die POMC-Neuronen nicht richtig funktionieren, entwickelt sich eine Leptinresistenz.

Aussichten und Risiken

  • Künftige Behandlung: Die Wissenschaftler hoffen, dass die Entdeckung den Weg für neue Medikamente gegen Fettleibigkeit ebnen wird.
  • Probleme: Rapamycin hat Nebenwirkungen, die mit einer gestörten Glukosetoleranz und einem Diabetesrisiko verbunden sind. Daher ist ein gezielter Ansatz erforderlich, um mTOR ausschließlich in POMC-Neuronen "auszuschalten".

Warum das wichtig ist

Seit 1994 haben Forscher versucht, Leptin für den Kampf gegen Fettleibigkeit nutzbar zu machen, aber die Patienten "gehorchten" dem Hormon in der Regel nicht, weil sie resistent waren. Die neue Arbeit zeigt einen spezifischen Weg auf, wie diese Empfindlichkeit wiederhergestellt werden kann: durch die Unterdrückung der abnormen mTOR-Aktivität im Gehirn. Wenn eine sichere Methode gefunden werden kann, um mTOR speziell in den POMC-Neuronen lokal zu reduzieren, dann haben wir vielleicht eine Möglichkeit, fettleibigen Menschen nicht nur beim Abnehmen zu helfen, sondern auch dabei, die Muskelmasse zu erhalten und nicht mit dem "ewigen Hungergefühl" zu kämpfen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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