Arbeitszwang für Flüchtlinge: Österreich verschärft die Regeln
Das Burgenland war die erste österreichische Region, die offiziell Arbeit für Flüchtlinge als Teil des sozialen Unterstützungssystems einführte.
Im Bundesland Burgenland (Österreich) tritt ab dem 1. Juli 2025 eine neue Norm in Kraft: Alle Asylbewerber sind verpflichtet, sich an gesellschaftlich nützlichen Arbeiten zu beteiligen - von der Pflege von Grünflächen über die Mithilfe in Pflegeheimen bis hin zur Reinigung öffentlicher Plätze, schreibt Die Presse.
Die Teilnehmer erhalten eine symbolische Zahlung von 1,60 € für jede geleistete Arbeitsstunde. Wenn sie sich zweimal ohne triftigen Grund weigern, solche Aufgaben zu übernehmen, verlieren sie das gesamte Paket der sozialen Unterstützung, schreibt die Zeitung.
Auf die Flüchtlinge warten weitere Änderungen:
Statt einer Unterkunft in einer Wohnung - nur ein Schlafplatz
Die Krankenversicherung wird ausgeschlossen
Es wird nur noch eine medizinische Grundversorgung und Nahrung zur Verfügung gestellt
Die burgenländische Sozialministerin Daniela Winkler (SPÖ) sagte dazu: "Wer ständig Hilfe vom Staat erhält, muss seine Stärken nutzen und der Gesellschaft etwas zurückgeben."
Die Pflichtarbeit kann bis zu 30 Stunden pro Woche betragen (oder 20 Stunden, wenn der Flüchtling Kinderbetreuungspflichten hat). Der Zweck dieser Neuerung besteht nicht nur darin, das System zu entlasten, sondern auch darin, den Flüchtlingen zu helfen, soziale Kontakte zu knüpfen und ihre Grundkenntnisse der deutschen Sprache durch Übung zu verbessern.
Es sei darauf hingewiesen, dass in Deutschland § 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes auch die Möglichkeit vorsieht, Flüchtlinge bereits drei Monate nach Einreichung des Asylantrags in gemeinnützige Arbeit zu vermitteln.
Am 1. Januar 2025 sind 87.949 ukrainische Staatsbürger in Österreich geboren - sechsmal mehr als Anfang 2022.