Archäologen haben Beweise für den Einsatz von Sklaven in den Goldminen des alten Ägyptens gefunden
Béranger Redon, ein französischer Historiker aus dem HiSoMA-Labor, entdeckte Eisenfesseln auf dem Gelände einer antiken Goldmine in Gozza, Ägypten.
Der Fund beweist, dass zumindest einige der Arbeiter, die während der ptolemäischen Dynastie (spätes 3. Jahrhundert v. Chr.) Gold abbauten, Sklaven waren.
Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Antiquity veröffentlicht.
Goldminen gibt es in Ägypten schon seit Tausenden von Jahren, aber erst in der hellenistischen Periode, nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen im Jahr 332 v. Chr., nahm der Goldabbau eine besondere Dimension an. Das Edelmetall wurde sowohl für groß angelegte Bauprojekte als auch für militärische Kampagnen im Mittelmeerraum benötigt.
Ein Forscherteam hat die Gozza-Mine mehrere Jahre lang untersucht und festgestellt, dass sie in zwei Perioden betrieben wurde. In der ersten Periode glich die Mine einem normalen Dorf mit Häusern, Verwaltungsgebäuden und sogar Bädern. Das deutet darauf hin, dass die Arbeiter frei waren, einen Lohn erhielten und unter relativ komfortablen Bedingungen lebten.
In der zweiten Periode verschlechterte sich die Situation jedoch. Einige Arbeiter wurden weiterhin bezahlt (dies wird durch die Inschriften auf den gefundenen Keramikfragmenten bestätigt), aber es gab auch solche, die gegen ihren Willen zur Arbeit gezwungen wurden. Das beweist die Entdeckung von schweren Eisenfesseln vor zwei Jahren in einem Raum, der für die Reparatur von Werkzeugen und Fesseln genutzt wurde.
Das Gehen mit solchen Fesseln an den Füßen war hart und anstrengend. Redon ist der Ansicht, dass diese Fesseln eindeutig auf die Zwangsarbeit in den Minen hinweisen. Der Historiker weist jedoch darauf hin, dass es sich bei den Sklaven auch um Kriegsgefangene und Kriminelle sowie um andere Personengruppen handeln könnte, deren Herkunft noch nicht geklärt ist.
Details: Bérangère Redon, Eiserne Fesseln aus den ptolemäischen Goldminen von Ghozza (Ägypten, östliche Wüste), Antiquity (2025). DOI: 10.15184/aqy.2025.39