Bloomberg: Europa drängt Zelensky, die Truppen nicht aus dem Donbass abzuziehen
Vertreter mehrerer europäischer Staaten werden in den kommenden Tagen nach Washington reisen, um die Risiken mit der US-Regierung zu besprechen.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs versuchen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyy davon zu überzeugen, einem möglichen Truppenabzug aus dem Donbas nicht zuzustimmen, wenn die USA keine verlässlichen Sicherheitsgarantien geben. Dies berichtet Bloomberg.
Der Publikation zufolge besteht das Hauptziel Europas darin, eine Situation zu vermeiden, in der die Ukraine unter dem Druck der USA gezwungen wird, einem Abkommen ohne ernsthafte Verpflichtungen der USA zuzustimmen. Europäische Diplomaten warnen, dass ein solches Szenario ein strategisches Vakuum schaffen und die Sicherheit der gesamten Region gefährden könnte. In den kommenden Tagen wollen Vertreter mehrerer europäischer Länder nach Washington reisen, um diese Risiken mit der US-Regierung zu besprechen.
Der Publikation zufolge hat Europa die US-Initiativen bisher öffentlich unterstützt, in der Hoffnung, dass Moskau selbst mögliche Verhandlungen stören wird. Nach Einschätzung von Bloomberg erschöpft sich dieser Ansatz jedoch, und es gibt noch keinen Ersatzplan.
Europäische Diplomaten räumen ein, dass die jüngsten Kontakte mit amerikanischen und ukrainischen Vertretern nicht einfach waren. Es besteht die Gefahr, dass sich die USA aus dem Verhandlungsprozess zurückziehen und Europa mit der Aufgabe, die Ukraine zu unterstützen, allein lassen. In diesem Fall müssen die EU-Länder entscheiden, ob sie in der Lage sind, Kiew die notwendige militärische und finanzielle Unterstützung zu gewähren, während ein langfristiger Finanzierungsmechanismus noch nicht gebildet wurde.
Wir möchten darauf hinweisen, dass der ukrainische Präsident am 8. Dezember nach London reisen wird, um sich mit führenden europäischen Politikern zu treffen: der britischen Premierministerin Kiera Starmer, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Koordinierung der internationalen Unterstützung für die Ukraine und die Stärkung der Einheit der Verbündeten.
Macron hatte am Vortag betont, dass die Einigkeit zwischen Europa und den USA für den Frieden entscheidend sei, und auf das fehlende Misstrauen zwischen den Verbündeten hingewiesen.