Borreliose oder nicht? Wie "falsche" Antikörper die Diagnose verwirren können

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Warum Borreliose eine Fehldiagnose sein kann: die Ansicht eines Spezialisten für Infektionskrankheiten
08:00, 30.12.2024

Warum ist es manchmal schwierig, Borreliose zu heilen, und hat der Patient die Krankheit wirklich?



Dr. Dubrovsky, ein Spezialist für Infektionskrankheiten, spricht über die Ergebnisse einer laufenden Studie, die an seiner Klinik durchgeführt wird.

Es stellt sich heraus, dass positive IgM-Antikörper bei völliger Abwesenheit von IgG-Antikörpern häufig bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen (Sklerodermie, autoimmune Thyreoiditis, Psoriasis, Morbus Bechterew, Multiple Sklerose, verschiedene Autoimmunarthritis) zu finden sind. Aber haben solche Fälle wirklich die Borreliose selbst?

Nach den offiziellen Richtlinien ist die Diagnose "Borreliose" höchst zweifelhaft, wenn bei einem Patienten nur "M"-Antikörper vorhanden sind, ohne IgG. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Patienten, die nur "M"-Antikörper aufweisen, fehldiagnostiziert werden und sich mehreren Behandlungskursen unterziehen müssen. Am Ende sind die Menschen enttäuscht: Die Antikörper verschwinden nicht, der Zustand bessert sich nicht und die tatsächliche Ursache der Symptome kann eine ganz andere sein.

Dr. Dubrovsky stellt fest, dass der Prozentsatz der falsch-positiven Ergebnisse immer noch beachtlich ist. Dies ist ein Signal für die Hersteller von Testsystemen, die Sensitivität und Spezifität ihrer Analysen zu verbessern, und für Ärzte, die keine voreiligen Diagnosen nur auf der Grundlage von "M"-Werten stellen sollten.

Ein interessanter Fall war der eines Patienten mit Myeloleukämie: Es wurde festgestellt, dass er nicht nur ein "M", sondern auch ein "G" hatte. Er war von erfahrenen Spezialisten für Infektionskrankheiten zweimal mit den richtigen Antibiotika behandelt worden, aber die Antikörper waren seit Jahren nicht verschwunden. Ein genauerer Vergleich der Analysen verschiedener Jahre ergab, dass die Diagnose der Borreliose selbst höchst fragwürdig war. Es stellte sich die Frage, ob der Organismus vor dem Hintergrund des onkologischen Prozesses mit den Borrelien nicht zurechtkommt, oder ob es überhaupt keinen Erreger gibt und die Synthese von Antikörpern aus anderen Gründen erfolgt (aufgrund einer geschwächten Immunität oder einer Autoimmunreaktion).

Solche Situationen bestätigen einmal mehr, dass man keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte, wenn nur "M"-Antikörper vorhanden sind. Sie können sich durchaus als falsch positiv herausstellen.

Der "Goldstandard" für die Diagnose sind nach wie vor G-Antikörper und in schwierigen Fällen ein bestätigender Immunoblot, mit dem festgestellt werden kann, ob auch G-Antikörper falsch positiv sind. Die Forschung zu diesem Problem ist noch nicht abgeschlossen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Patienten eine korrekte Diagnose erhalten und keine Zeit und Energie für unnötige Behandlungen verschwenden.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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