Britischer Geheimdienst: Putin könnte bereits in den kommenden Monaten eine schwerwiegende Provokation gegen die NATO inszenieren

Kemlin.ru

Quellen des britischen Geheimdienstes behaupten, dass Russland eine direkte Provokation gegen die NATO in Kauf nehmen könnte, in der Hoffnung, von der veränderten internationalen Lage zu profitieren. In London erklärte man, man sei bereit, auf jegliche aggressiven Handlungen Moskaus mit einer entschlossenen Reaktion zu antworten.

Großbritannien und seine NATO-Verbündeten könnten bereits in den kommenden Monaten mit einer neuen groß angelegten Provokation seitens Russlands konfrontiert werden. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes erwägt der Kreml die Möglichkeit einer direkten Konfrontation mit dem Bündnis und rechnet damit, die Ablenkung der USA durch die Ereignisse im Nahen Osten sowie die innenpolitischen Veränderungen in Großbritannien ausnutzen zu können. Dies berichtet die „Daily Mail“ unter Berufung auf Quellen aus den Geheimdienstkreisen.

Geheimdienst: Der Kreml bereitet sich darauf vor, die NATO „auf die Probe zu stellen“

Nach Angaben der Zeitung gehen die britischen Geheimdienste davon aus, dass Putin bereits in den kommenden Monaten Schritte unternehmen könnte, die eine direkte Herausforderung für das Nordatlantikbündnis darstellen würden.

Wie eine der Quellen angibt, geht Moskau davon aus, dass die Aufmerksamkeit des US-Präsidenten Donald Trump weitgehend auf die Lage rund um den Iran gerichtet ist. Ein weiterer Faktor, den der Kreml nach Einschätzung des Gesprächspartners der Zeitung als günstig erachten könnte, sind Anzeichen für Meinungsverschiedenheiten innerhalb der ukrainischen Führung.

Derzeit besteht die feste Überzeugung, dass Putin in den nächsten Monaten eine Art direkte Konfrontation mit der NATO vorbereitet. Dies wird durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst – die Überzeugung, dass Trump durch den Iran abgelenkt ist, sowie Anzeichen für eine Spaltung innerhalb der ukrainischen Führung –, erklärte die Quelle gegenüber der „Daily Mail“.

Warum könnte Russland nach Ansicht der Geheimdienste eine Eskalation riskieren?

Der Gesprächspartner der Zeitung wies zudem darauf hin, dass einer der Gründe für eine mögliche Verschärfung der Maßnahmen Moskaus die Unzufriedenheit des Kremls mit dem Verlauf des Krieges gegen die Ukraine sei. Seinen Angaben zufolge ist sich die russische Führung bewusst, dass es ohne eine Wende auf dem Schlachtfeld äußerst schwierig sein wird, die gesteckten Ziele zu erreichen.

„Man hat den Eindruck, dass der Krieg verloren sein wird, wenn es nicht gelingt, die Lage auf dem Schlachtfeld irgendwie zu ändern“, merkte die Quelle an.

Darüber hinaus geht der britische Geheimdienst davon aus, dass der Regierungswechsel in Großbritannien ebenfalls ein Risikofaktor sein könnte. Nach Angaben der „Daily Mail“ könnte der Kreml versuchen, die neue Regierung unter Andy Burnham auf die Probe zu stellen und herauszufinden, ob sich mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der neuen und der vorherigen Regierung ausnutzen lassen.

Russland verstärkt bereits den Druck, so die Einschätzung in London

Wie die Zeitung berichtet, unternimmt Moskau bereits Schritte, die von den britischen Behörden als Druckmittel gewertet werden. Dabei geht es insbesondere um die Umleitung der sogenannten „Schattenflotte“ von Öltankern unter Umgehung des Ärmelkanals. Nach Angaben der „Daily Mail“ wurde einer dieser Tanker im vergangenen Monat von britischen Marineinfanteristen abgefangen.

Quellen warnen jedoch, dass solche Maßnahmen möglicherweise nur Teil einer umfassenderen Strategie sind und dass in Zukunft deutlich schwerwiegendere Provokationen zu erwarten sind.

Der neue britische Verteidigungsminister Wes Streeting erklärte, London sei bereit, auf jegliche aggressiven Handlungen Russlands mit einer entschlossenen Reaktion zu antworten. Seinen Worten zufolge dürfe Moskau keinen Zweifel an der Entschlossenheit der britischen Regierung hegen, sowohl die eigene Sicherheit als auch die Sicherheit der NATO-Verbündeten zu verteidigen.

„Russland darf keinen Zweifel an der Entschlossenheit dieser Regierung und dieses Premierministers haben, der russischen Aggression nicht nur in der Ukraine, sondern auch jeder Aggression gegen Großbritannien und unsere Verbündeten entgegenzutreten“, betonte der Minister.

Vor dem Hintergrund dieser Äußerungen warnen Vertreter der NATO weiterhin vor der Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses zu stärken.

Zuvor hatte der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, Christopher Cavoli, erklärt, dass eine der größten Herausforderungen des Westens nach wie vor die unzureichende Fähigkeit sei, die Rüstungsproduktion rasch hochzufahren. Er erinnerte daran, dass Russland während des umfassenden Krieges mehr als 4.000 Kampfpanzer verloren habe. Zum Vergleich: In Großbritannien gibt es etwa 200 Panzer, in Frankreich etwa 220 und in Kanada 74.