Der älteste Scheiterhaufen in Afrika, 9.500 Jahre alt, wurde gefunden
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Archäologen haben den ältesten Scheiterhaufen in Afrika entdeckt.
Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat den frühesten Beweis für eine absichtliche Einäscherung von Menschen in Afrika entdeckt. Vor etwa 9.500 Jahren verbrannte eine Gemeinschaft von Jägern und Sammlern in der Region Mount Hora im Norden des heutigen Malawi den Leichnam einer kleinen erwachsenen Frau auf einem speziell errichteten offenen Scheiterhaufen.
Die Studie, die in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, beschreibt den weltweit ältesten an Ort und Stelle gefundenen Scheiterhaufen mit den Überresten eines erwachsenen Menschen. Bisher war man davon ausgegangen, dass solche Praktiken in Afrika erst viel später aufkamen.
Warum der Fund einzigartig ist
Obwohl verbrannte menschliche Knochen den Archäologen schon früher bekannt waren (z.B. in Australien vor etwa 40.000 Jahren), tauchen absichtlich errichtete Scheiterhaufen erst Zehntausende von Jahren später in den archäologischen Aufzeichnungen auf. In Afrika hingegen gehen die frühesten bestätigten Einäscherungen auf die Zeit vor etwa 3.500 Jahren zurück und wurden mit neolithischen Hirtenkulturen in Verbindung gebracht.
Der Fund am Berg Hora verschiebt dieses Datum um fast sechstausend Jahre nach hinten und verändert die Vorstellungen über das rituelle Leben der alten afrikanischen Jäger und Sammler radikal.
Wie Wissenschaftler den Ablauf des Rituals wiederhergestellt haben
Die Forscher verwendeten einen integrierten Ansatz: Archäologie, geografische Analyse, forensische Anthropologie und mikroskopische Untersuchung der Scheiterhaufensedimente. 170 stark fragmentierte Knochen, meist von Händen und Füßen, wurden analysiert.
Die Ergebnisse zeigten:
eine erwachsene Frau im Alter zwischen 18 und 60 Jahren wurde verbrannt;
sie war knapp 150 cm groß;
die Leiche wurde vor der Verwesung verbrannt, wahrscheinlich innerhalb weniger Tage nach dem Tod;
die Knochen wiesen Einschnitte auf, die auf die Entfernung von Weichteilen hinweisen;
der Schädel und die Zähne fehlten, was darauf hindeutet, dass sie vor der Einäscherung absichtlich entfernt wurden.
Die Temperatur des Scheiterhaufens lag bei über 500 °C und es wurden mindestens 30 kg Holz und Gras benötigt, um den Scheiterhaufen aufrechtzuerhalten, was auf eine erhebliche kollektive Anstrengung hindeutet.
Ein Ritual, kein Unfall
Der Scheiterhaufen befand sich unter einem steinernen Vordach am Fuße eines Granitüberrests, einer markanten natürlichen Landmarke. Interessant, dass:
700 Jahre vor der Einäscherung waren an diesem Ort bereits große Feuer errichtet worden;
innerhalb von 500 Jahren nach der Einäscherung wieder große Feuer entzündet wurden;
und dass es keine weiteren Einäscherungen an diesem Ort gibt.
Dies deutet darauf hin, dass die Stätte rituelle und symbolische Bedeutung behielt und dass die Einäscherung selbst ein bewusstes und außergewöhnliches Ereignis war.
In der Asche wurden auch Steinwerkzeuge gefunden, die dem Feuer als Grabbeigaben hinzugefügt worden sein könnten.
Warum die Einäscherung selten war
Die Einäscherung ist für antike Jäger und Sammler höchst ungewöhnlich, da sie große Mengen an Brennmaterial, Zeit und eine koordinierte Gruppenaktion erfordert. Solche Rituale werden eher mit späteren, technologisch hoch entwickelten Gesellschaften in Verbindung gebracht.
Nach Ansicht der Autoren der Studie beweist der Fund am Mount Hora, dass die sozialen und rituellen Praktiken alter afrikanischer Gemeinschaften viel komplexer waren als bisher angenommen und Elemente des kollektiven Gedächtnisses, der Ahnenverehrung und der symbolischen Körperverarbeitung umfassten.
Ein ungelöstes Rätsel
Die Wissenschaftler betonen: Es bleibt unklar , warum diese spezielle Frau eingeäschert wurde, während andere Bestattungen an der Stätte traditionelle Ganzkörperbestattungen waren.
"Offensichtlich hatte sie etwas Besonderes an sich, das eine andere rituelle Behandlung erforderte", stellen die Forscher fest.
Ob sie jedoch eine Anführerin, eine Schamanin war oder einen anderen sozialen Status hatte, bleibt ein Rätsel.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












