Der Kiefer eines uralten "Vetters" des Menschen wurde in Taiwan gefunden
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Ein mysteriöser alter Kiefer, der vor der Küste Taiwans aus dem Meeresboden gehoben wurde, hat sich als Spur von ausgestorbenen menschlichen Verwandten herausgestellt - Denisovans. Diese wichtige Entdeckung erweitert den bekannten Bereich ihres Lebensraums und wirft neue Fragen für Wissenschaftler auf.
Lesen Sie mehr: Takumi Tsutaya et al, A male Denisovan mandible from Pleistocene Taiwan, Science (2025). DOI: 10.1126/science.ads3888. www.science.org/doi/10.1126/science.ads3888
Ein Kieferknochenfragment, das von Fischern in der Straße von Penghu entdeckt wurde, landete in einem Antiquitätengeschäft, wo es 2008 von einem Sammler entdeckt und gekauft wurde. Später schenkte er den Fund dem Nationalmuseum für Naturgeschichte von Taiwan.
Das Alter des Kiefers wurde anhand der am Knochen haftenden Meeresorganismen bestimmt - er stammt aus dem Pleistozän (vor 2,6 Millionen bis 11,7 Tausend Jahren). Allerdings war lange Zeit unklar, zu wem er gehörte: Es gibt nur sehr wenige Überreste von Denisovanern. Bis jetzt kannte man sie nur von Kieferfragmenten, Zähnen und einem Fingerknochen, die in Sibirien und Tibet gefunden wurden.
Der Durchbruch gelang, als es einem internationalen Team aus Taiwan, Japan und Dänemark gelang, Proteinketten aus dem versteinerten Knochen zu extrahieren. Obwohl die DNA in dem Knochen nicht erhalten war, zeigte ein Vergleich der Proteine Ähnlichkeiten mit Denisovas aus der Denisova-Höhle in Sibirien.
"Dies könnte unser Verständnis davon, wo die Denisovaner lebten, verändern", sagte einer der Autoren der Studie, Takumi Tsutaya von der University of Advanced Studies in Japan. Bisher ging man davon aus, dass die Denisovaner in Nord- und Zentralasien und möglicherweise in Laos gelebt haben. Jetzt scheint Taiwan zu dieser Liste hinzugefügt worden zu sein.
Die Studie wurde in der Zeitschrift Science veröffentlicht. Allerdings sind nicht alle Experten vorschnell mit ihrem Urteil. Der Leiter des Projekts über menschliche Ursprünge der Smithsonian Institution Rick Potts merkte an, dass für endgültige Gewissheit mehr Daten benötigt werden. Dennoch nannte er die Arbeit "einen fantastischen Versuch der Proteingewinnung".
Die wissenschaftliche Bedeutung dieses Fundes kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mehrere Arten menschlicher Vorfahren - Homo sapiens, Neandertaler und Denisovaner - lebten in Eurasien nebeneinander und kreuzten sich manchmal miteinander. Spuren ihrer DNA finden sich auch heute noch beim modernen Menschen, insbesondere bei einigen Bewohnern Asiens und Ozeaniens.
Jetzt könnte der taiwanesische Kiefer zu diesen Spuren beitragen. Er ist ein weiteres Mosaiksteinchen, das uns hilft zu verstehen, wer wir sind und woher wir kommen.
🔍 Wer sind die Denisovaner?
DieDenisovaner sind eine ausgestorbene Gruppe von Urmenschen, die eng mit Neandertalern und Homo sapiens verwandt sind. Ihre Existenz wurde erstmals im Jahr 2010 durch die Analyse der DNA eines Fingerglieds nachgewiesen, das in der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge gefunden wurde. Seitdem wurden Überreste von Denisovanern auch in Tibet und vermutlich in Laos gefunden
Genetische Studien haben gezeigt, dass sich die Denisovaner mit anderen Menschenarten gekreuzt haben. So haben zum Beispiel die modernen Bewohner von Papua-Neuguinea und Australien bis zu 5% Denisov-DNA. Es ist auch ein Fall bekannt, bei dem Denisovianer und Neandertaler gekreuzt wurden - ein Mädchen, das vor etwa 90 Tausend Jahren lebte
🧬 Wie sahen die Denisovaner aus?
Das Aussehen der Denisovaner wurde mithilfe von DNA-Analysen und Proteomics-Techniken rekonstruiert. Den Forschungen zufolge wiesen sie die folgenden Merkmale auf
- Breites Gesicht: breiter als moderne Menschen und Neandertaler
- Massive Kiefer: mit großen Zähnen
- Dunkle Pigmentierung: Sie hatten wahrscheinlich dunkle Haut, Haare und Augen

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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












