Der Knochen von Hannibals "Kriegselefanten" wurde in Spanien gefunden
Die Legende von Hannibals Elefanten hat in Spanien eine "materielle" Bestätigung erhalten
In Cordoba, Spanien, haben Archäologen einen einzelnen Elefantenknochen entdeckt, der möglicherweise der früheste und seltenste direkte Beweis für den Einsatz von Kriegselefanten während der Punischen Kriege in Westeuropa ist.
Kriegselefanten sind seit langem eines der bekanntesten "Bilder" der antiken Kriege, von Beschreibungen in Chroniken bis hin zu Abbildungen auf Münzen und in der Kunst. Die Episode des karthagischen Feldherrn Hannibal, der während des Zweiten Punischen Krieges Elefanten über die Alpen führte, ist im kulturellen Gedächtnis besonders fest verankert. Doch trotz der Bekanntheit dieser Geschichten hatten Archäologen bisher fast keine direkten tierischen Überreste, die die Geschichten der Quellen untermauern konnten.
Das hat sich dank einer Entdeckung in Cordoba geändert. Im Jahr 2020 wurde vor den Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Erweiterung des Provinzkrankenhauses eine Rettungsgrabung an der Stätte Colina de los Quemados (Colina de los Quemados) durchgeführt. In der Zerstörungsschicht - unter einer eingestürzten Lehmmauer - fanden die Forscher einen Knochen, der nach vergleichenden Analysen als Karpalknochen eines Elefanten der rechten Vordergliedmaße identifiziert wurde.
Der Erhaltungszustand des Fundes erwies sich als schlecht: Es war nicht möglich, DNA- oder Proteinanalysen durchzuführen, so dass es unmöglich ist, genau zu bestimmen, ob das Fragment zu einem asiatischen oder afrikanischen Elefanten gehörte. Dennoch führten die Wissenschaftler eine Radiokarbondatierung der mineralischen Fraktion des Knochens durch - die Ergebnisse ordnen den Fund in den Bereich zwischen dem späten IV. und frühen III.
Es ist noch nicht möglich, den Knochen mit einer bestimmten historischen Episode in Verbindung zu bringen, aber der Kontext der Ausgrabung scheint 'militärisch' zu sein: Artilleriegranaten und andere Gegenstände, die mit bewaffneten Kämpfen in Verbindung gebracht werden, wurden ebenfalls an der Fundstelle gefunden. Dies lässt die Autoren vermuten, dass der Knochen mit den Ereignissen des Zweiten Punischen Krieges in Iberien in Verbindung gebracht werden kann, einer Zeit, in der die karthagischen Armeen Elefanten tatsächlich als Druck- und Einschüchterungsinstrument einsetzten.
Die Forscher erwähnen auch alternative Versionen: zum Beispiel, dass der Knochen zufällig in der Siedlung aufgetaucht sein könnte - als Trophäe, "Souvenir" oder Tauschobjekt. Aber aufgrund der utilitaristischen "Unscheinbarkeit" eines solchen Fragments erscheint diese Interpretation weniger überzeugend als die Verbindung mit militärischen Aktionen.
Wenn die Interpretation durch weitere Forschungen bestätigt wird, wird der Fund zu einem der sehr seltenen direkten Hinweise auf die Anwesenheit von Kriegselefanten auf dem westeuropäischen Schauplatz der antiken Kriege, wo wir uns bisher hauptsächlich auf Texte, Ikonographie und indirekte Spuren verlassen mussten.