Der schnellste Weg, eine Liebeserklärung zu vermasseln? Wenn Sie die KI bitten, "schön zu schreiben"
Denken Sie daran, eine Liebeserklärung auf ChatGPT zu machen? Forscher erklären, warum Sie dafür abserviert werden könnten
Möchten Sie Zeit sparen und eine KI mit dem Verfassen eines Ehegelübdes, eines Liebesbriefs oder einer Entschuldigung beauftragen? Psychologen warnen: Selbst der perfekte Text kann gegen Sie verwendet werden - Menschen bewerten nicht nur, was Sie gesagt haben, sondern auch, wie Sie es getan haben.
Ein Team von Psychologen, das an einem Projekt der Universität Kent beteiligt ist, hat untersucht, wie Menschen in ihrem Umfeld mit Menschen umgehen, die Aufgaben an künstliche Intelligenz "auslagern" - zum Beispiel ChatGPT für alles von der Planung und dem Code bis hin zu romantischen und emotionalen Botschaften verwenden. Das Ergebnis ist speziell für Beziehungen unerfreulich: KI ist dort am negativsten, wo von Menschen erwartet wird, dass sie persönlich beteiligt sind - bei Eheversprechen, Liebesbriefen und Entschuldigungen.
In einer Reihe von sechs Studien, an denen fast 4.000 Briten teilnahmen, untersuchten Forscher, welche Eindrücke über eine Person entstehen, die KI als "Mitarbeiter" oder "Assistent" einsetzt. Der allgemeine Trend: KI-Outsourcing beeinträchtigt oft die Einschätzung der Persönlichkeit, vor allem aber bei so genannten sozio-relationalen Aufgaben (d.h. solchen, die Beziehungen und Emotionen beinhalten).
Der "schmerzhafteste" Moment: Selbst wenn der Text von hoher Qualität war und die Person ehrlich sagte, dass sie der KI geholfen hat, wurde sie dennoch schlechter wahrgenommen - als weniger fürsorglich, weniger aufrichtig und weniger vertrauenswürdig und manchmal auch als fauler. Mit anderen Worten: Perfekte Formulierungen retten nicht den Tag, wenn sie als "von der falschen Seite" gekauft wahrgenommen werden.
Die Forscher erklären, warum die Reaktion so hart ausfällt: Bei persönlichen Nachrichten und Ritualen deuten die Menschen investierte Mühe als ein Signal von Gefühl und Bedeutung. Wenn also KI ins Spiel kommt, kann die Einstellung des Empfängers lauten: "Wenn du dir nicht die Mühe gemacht hast - dann ist es dir auch nicht so wichtig." So wird aus einem "praktischen Werkzeug" ein Reputationsrisiko.
Gleichzeitig gibt es bei praktischeren Aufgaben (Terminkalender, Hausarbeit usw.) deutlich weniger Kritik - dort wird von einer Person nicht erwartet, dass sie Aufrichtigkeit durch Arbeit demonstriert.
Die Autoren betonen den Kompromiss, der im Alltag immer häufiger vorkommt: Effizienz vs. sozialer Sinn. KI spart Zeit - aber in der intimen Kommunikation kann der Preis hoch sein: von Unbeholfenheit bis hin zu einem Gefühl des Verrats, wenn die "wichtigsten Worte" plötzlich erzeugt werden.