Die entführte ukrainische Journalistin Irina Levchenko wurde in die Untersuchungshaftanstalt von Donezk überstellt: Was bisher bekannt ist
Die ukrainische Journalistin Irina Levchenko wurde von den Besatzern nach Donezk überstellt.
Dies teilte die Nationale Vereinigung der Journalisten der Ukraine (NSJU) mit, nachdem ihre Schwester Elena Rudenko einen Brief von Irina erhalten hatte. Zuvor hatte Levchenko geschrieben, dass sie von Krasnodar nach Rostow am Don verlegt werden solle.
„Wir hatten seit Anfang Juli keinen Kontakt mehr zu ihr. Wir haben darauf gewartet, dass sie nach Rostow gelangt. Doch heute kam ein Brief: Irina befindet sich bereits in der Untersuchungshaftanstalt von Donezk“, berichtet die Schwester der Journalistin, Elena Rudenko, gegenüber dem NSJU.
Ihren Angaben zufolge ließ die vorherige Nachricht von Irina Anfang Juli vermuten, dass eine Verlegung aus der Haftanstalt in Krasnodar nach Rostow am Don bevorstehe. Ob sie tatsächlich dort war und warum die Besatzer sie nach Donezk verlegt haben, ist der Familie nicht bekannt.
„Wir verstehen nicht, warum man sie hin und her transportiert hat. Und wir wissen nicht einmal, ob sie überhaupt in Rostow war, ob man sie dorthin gebracht hat“, berichtet Elena Rudenko.
Ihren Angaben zufolge wurde Irina im Untersuchungsgefängnis ohne jegliche Vorwarnung um Mitternacht geweckt und abtransportiert. Die Fahrt nach Donezk hat die Frau gut überstanden.
Über die Haftbedingungen und ihren Gesundheitszustand berichtet sie fast gar nichts, abgesehen davon, dass sie über Zahnprobleme klagt und dass ihr die Haare ausfallen.
Übrigens hatten die Besatzer Irina Levchenko bereits zuvor in der Untersuchungshaftanstalt Nr. 1 in Donezk festgehalten. Genau von dort aus gelang es ihr im Juli 2025, ihren Angehörigen die erste Nachricht über sich zu übermitteln, nachdem sie im Mai 2023 in Melitopol (Region Saporischschja) von russischen Sicherheitskräften entführt worden war und zwei Jahre lang in völliger Isolation verbracht hatte.
Elena Rudenko berichtet zudem, dass Irina Levchenko aufgrund der ständigen Verlegungen eine der Gerichtsverhandlungen versäumt habe. In ihrem Fall gab es bereits vier davon.
„Wir hatten erwartet, dass in Rostow endlich die letzte Gerichtsverhandlung stattfinden würde. Doch nun – wieder ohne Urteil, wieder ohne Gerichtsverfahren“, bemerkt Rudenko.
Ihren Angaben zufolge hat die russische Seite keine offiziellen Anklagepunkte gegen Irina Levchenko erhoben: „Es gibt keine offiziellen Dokumente dazu, der Fall ist geheim.“
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