Die Ukraine hat den Transit von russischem Gas ausgesetzt

Am 1. Januar 2025 hat das ukrainische Gastransportsystem offiziell den Transport von russischem Gas durch sein Territorium eingestellt.

Dies geht aus einer Erklärung des Betreibers der ukrainischen GTS (OGTSU) hervor.

Die Laufzeit des Transitabkommens zwischen Gazprom und Naftohaz endete um 07:00 Uhr Kiewer Zeit. Damit wurde der Erdgastransport vom Einspeisepunkt Suja an der Ostgrenze der Ukraine zu den Ausspeisepunkten an der West- und Südgrenze beendet.

Vorbereitungen für neue Bedingungen

Dmytro Lippa, Generaldirektor von OGTSU, versicherte, dass die Infrastruktur des Unternehmens rechtzeitig auf den Betrieb ohne russisches Gas vorbereitet wurde.

Das Unternehmen hat Vereinbarungen unterzeichnet, um seine Kapazität für den Import von Gas aus Europa zu erhöhen, insbesondere über Polen und die südliche Richtung - den so genannten Vertikalen Korridor.

Dies ist eine historische Entscheidung, die die Energiesicherheit der Ukraine und Europas erhöht. Wir haben für die notwendige Optimierung des Systems und die Bereitschaft, unter neuen Bedingungen zu arbeiten, gesorgt", betonte Lippa.

Politischer Kontext und Konsequenzen

Energieminister German Galushchenko nannte die Einstellung des Transits einen "historischen Schritt" im Rahmen der RePowerEU-Initiative - der Strategie der EU zur Zurückweisung russischer Energieressourcen.

Russland verliert Märkte, und Europa befreit sich allmählich aus der Abhängigkeit von russischem Gas", sagte Galuschtschenko in einer Fernsehsendung.

Die Entscheidung über die Nichtverlängerung des Transitvertrags wurde von der ukrainischen Regierung bereits im Jahr 2023 getroffen. Präsident Volodymyr Zelenskyy betonte, dass dieser Schritt im nationalen Interesse der Ukraine liege.

Reaktion der Russischen Föderation und der EU

Die russische Gazprom bestätigte, dass die Ukraine keine Transitleistungen mehr erbringt und bezeichnete die Situation als "Verlust der technischen Möglichkeit zur Gasversorgung".

Gleichzeitig äußerte sich der slowakische Premierminister Robert Fitzo besorgt und erklärte, die Entscheidung könne negative wirtschaftliche Folgen für die Europäische Union haben. In der so genannten "Transnistrischen Moldauischen Republik", die von Russland kontrolliert wird, wurde die Zentralheizung aufgrund der Unterbrechung des russischen Gastransits bereits abgeschaltet.

Was kommt als Nächstes?

Das nationale GTS behauptet, dass es neu ausgerichtet werden soll, um den heimischen Markt zu bedienen und Gas aus europäischen Ländern zu importieren. Durch die Erhöhung der garantierten Kapazität für Importe wird die Ukraine eine stabile Versorgung ihrer Verbraucher sicherstellen.