Die weltweiten Lebensmittelpreise haben aufgrund von Hitzewellen und Konflikten den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht
Extreme Hitze und geopolitische Instabilität haben zu einem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise geführt. Experten warnen davor, dass klimatische Risiken die Lebensmittelpreise auch weiterhin beeinflussen könnten.
Der Lebensmittelmarkt sieht sich mit einer neuen Preiswelle konfrontiert. Die weltweiten Lebensmittelpreise haben den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht – Ursache hierfür sind extreme Hitze, Ertragseinbußen und anhaltende Konflikte, die die Lieferungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse beeinträchtigen. Dies berichtet „The Guardian“.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stieg der weltweite Lebensmittelpreisindex im Juli auf 131,1 Punkte – dies ist der höchste Stand seit Januar 2023. Experten warnen: Die Kombination aus klimatischen Risiken und geopolitischer Instabilität könnte zu einem weiteren Preisanstieg bei Lebensmitteln für Verbraucher weltweit führen.
Hitze vernichtet Ernten und treibt die Preise in die Höhe
Extreme Wetterbedingungen waren einer der Hauptfaktoren für den Preisanstieg. Anhaltende Hitzewellen und Dürren haben die Landwirtschaft in Europa und anderen Regionen der Welt schwer getroffen und die Erträge wichtiger Kulturpflanzen verringert.
Besonders stark betroffen war der Getreideanbau. Die hohen Temperaturen wirkten sich auf die Produktion von Weizen, Mais und anderen Kulturen aus, und die Ernteprobleme verstärkten die Befürchtungen hinsichtlich künftiger Lieferungen. In Europa waren die Landwirte nach einer verheerenden Hitzewelle gezwungen, Millionen Tonnen der Ernte zu vernichten.
Experten weisen darauf hin, dass der Klimawandel zu einem immer bedeutenderen Faktor für den Lebensmittelmarkt wird: Perioden extremer Hitze, Dürren und Brände wirken sich direkt auf die Preise der Lebensmittel in den Geschäften aus.
Getreide, Zucker und Pflanzenöle sind teurer geworden
Am stärksten gestiegen sind in der letzten Zeit die Preise für einige wichtige Produktkategorien.
Getreidepreise stiegen um 3,4 %, wobei der Preis für Weizen um etwa 5,8 % zunahm. Zu den Ursachen zählten Exportunterbrechungen und Lieferstörungen aus wichtigen Agrarregionen.
AuchZucker verzeichnete einen deutlichen Preisanstieg – der Anstieg betrug rund 5,6 %. Der Druck auf den Markt wurde durch Befürchtungen hinsichtlich der Dürre in Europa sowie durch Veränderungen in der Nachfrage nach Zuckerrohr in Brasilien verstärkt, wo ein Teil des Rohstoffs zur Ethanolproduktion verwendet wird.
Die Preise fürPflanzenöle stiegen um etwa 2 %. Der Markt wurde durch eine steigende Nachfrage, unter anderem seitens der Biokraftstoffproduktion in Indonesien, sowie durch den Anstieg des Ölpreises beeinflusst.
Konflikte erschweren die Lieferung von Produkten
Neben klimatischen Problemen üben bewaffnete Konflikte und Unterbrechungen der Handelswege zusätzlichen Druck auf die Preise aus.
Experten weisen darauf hin, dass die Unterbrechungen beim Getreideexport aus der Schwarzmeerregion weiterhin Auswirkungen auf die Weltmärkte haben. Darüber hinaus birgt die Instabilität im Nahen Osten zusätzliche Risiken für die Lieferungen von Düngemitteln und landwirtschaftlichen Rohstoffen.
Der Anstieg der Düngemittelpreise ist für die Landwirtschaft von besonderer Bedeutung: Die höheren Kosten für die Landwirte schlagen sich letztendlich auf den Preis der Endprodukte nieder.
Experten schätzen, dass die Lebensmittelinflation anhalten könnte, sollten die extreme Hitze und die Wetteranomalien fortbestehen. Ein weiterer Risikofaktor bleibt die Verstärkung des Klimaphänomens El Niño, das die Ernten in verschiedenen Teilen der Welt beeinträchtigen kann.
Die Vereinten Nationen warnen davor, dass die Kombination aus klimatischen Umbrüchen und Instabilität auf den Weltmärkten die Bedrohung der Ernährungssicherheit für Millionen von Menschen in den kommenden Jahren verschärfen könnte.
Welche Lebensmittel sollten Sie angesichts steigender Preise im Voraus kaufen?
Angesichts einer neuen Runde des weltweiten Preisanstiegs bei Lebensmitteln raten Experten dazu, auf Produkte mit langer Haltbarkeit zu achten. Solche Vorräte helfen nicht nur, die Ausgaben bei weiteren Preissteigerungen zu senken, sondern auch mögliche Lieferengpässe oder saisonale Preisschwankungen zu überstehen. In erster Linie empfehlen Fachleute, Grundnahrungsmittel im Haus zu haben, die monatelang ohne Qualitätsverlust gelagert werden können:
Getreide und Teigwaren.
Reis, Buchweizen, Haferflocken, Nudeln, Bulgur und andere Trockenprodukte gehören nach wie vor zu den zuverlässigsten Vorräten. Bei korrekter Lagerung an einem trockenen und kühlen Ort sind sie mehrere Monate bis zu mehreren Jahren haltbar.
Hülsenfrüchte.
Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Erbsen sind nicht nur lang haltbare Lebensmittel, sondern auch eine Quelle für pflanzliches Eiweiß, was sie zu einem wichtigen Bestandteil des Hausvorrats macht.
Konserven.
Fisch-, Fleisch- und Gemüsekonserven sind jahrelang haltbar und können bei Lieferengpässen oder steigenden Preisen eine Alternative zu frischen Lebensmitteln darstellen.
Mehl, Zucker, Salz und Honig.
Diese Produkte gehören zu den Grundnahrungsmitteln: Zucker und Salz sind unter den richtigen Bedingungen praktisch unbegrenzt haltbar, und Honig behält seine Eigenschaften sehr lange bei.
Pflanzliche Öle.
Der Preisanstieg bei Pflanzenölen wirkt sich bereits auf den weltweiten Lebensmittelmarkt aus, weshalb viele Experten raten, im Voraus kleine Vorräte an hochwertigem Öl anzulegen und dieses an einem dunklen, kühlen Ort zu lagern.
Nüsse und Samen.
Sie sind lange haltbar und enthalten gesunde Fette, erfordern jedoch die richtigen Lagerbedingungen – am besten bewahren Sie sie in einer luftdichten Verpackung auf, die vor Feuchtigkeit und hohen Temperaturen schützt.
Dabei weisen Experten darauf hin: Es ist nicht ratsam, übermäßige Vorräte an leicht verderblichen Lebensmitteln anzulegen. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und frisches Gemüse sind am stärksten von den Lagerbedingungen abhängig und müssen schnell verbraucht werden.