Eine glückliche Ehe ist mit einem geringeren Risiko für Fettleibigkeit verbunden

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Werden glückliche Paare seltener dick? Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Ehe und Fettleibigkeit gefunden
Unsplash/CC0 Public Domain
23:00, 04.12.2025


Zu diesem Schluss kommen Forscher der UCLA Health.

Die Studie, die in der Zeitschrift Gut Microbes veröffentlicht wurde, zeigt erstmals, wie soziale Beziehungen das Gewicht und das Essverhalten über das Gehirn-Stoffwechsel-Hormon Oxytocin-System beeinflussen. Die Autoren stellen fest: Die Qualität enger Beziehungen kann für die körperliche Gesundheit ebenso wichtig sein wie die üblichen Risikofaktoren Ernährung und körperliche Aktivität.

"Wir wissen seit langem, dass soziale Bindungen die Gesundheit beeinflussen: unterstützende Beziehungen erhöhen die Überlebensrate um bis zu 50%. Aber die biologischen Mechanismen sind unklar geblieben", sagt die Hauptautorin, die Neurowissenschaftlerin Arpana Church. - "Unsere Studie zeigt einen neuen Weg auf, wie Ehe und emotionale Unterstützung buchstäblich 'unter die Haut gehen' und sich im Adipositasrisiko widerspiegeln."

Wie die Studie durchgeführt wurde

Ungefähr 100 Einwohner von Los Angeles nahmen an der Studie teil. Die Teilnehmer machten Angaben zu:

  • familienstand,

  • body-Mass-Index (BMI),

  • alter, Geschlecht, Ethnie,

  • ernährungsgewohnheiten und -qualität,

  • sozioökonomischer Status.

Außerdem wurden durchgeführt:

  • Gehirn-MRT mit Nahrungsmittelbildgebung;

  • stuhlanalyse auf Metaboliten der Darmmikrobiota;

  • bluttests zur Messung des Oxytocinspiegels;

  • klinisch-verhaltensbezogene Fragebögen, einschließlich einer Bewertung der emotionalen Unterstützung.

Was die Ergebnisse zeigten

Verheiratete Teilnehmer mit einem hohen Maß an subjektiver emotionaler Unterstützung:

  • hatten einen niedrigeren BMI,

  • zeigten seltener Anzeichen von "Esssucht",

  • mRT-Scans zeigten beim Anblick von Lebensmitteln eine größere Aktivität im dorsolateralen präfrontalen Kortex, einem Bereich, der mit Impulskontrolle, Appetit- und Lustkontrolle verbunden ist.

Bei unverheirateten/nicht verheirateten Menschen wurden selbst bei guter sozialer Unterstützung keine derart ausgeprägten Muster der Gehirnaktivität beobachtet - möglicherweise aufgrund eines verstreuteren und weniger stabilen Netzwerks sozialer Kontakte.

Soziale Unterstützung wurde auch mit Veränderungen im Darmstoffwechsel in Verbindung gebracht. Bei Menschen mit stärkerer Unterstützung:

  • - wurden günstige Veränderungen in den Konzentrationen von Tryptophan-Metaboliten festgestellt,

  • diese von den Darmbakterien produzierten Substanzen stehen in Zusammenhang mit Entzündungen, Immunität, Energiehaushalt und Gehirnfunktion,

  • sind an der Bildung von Serotonin und anderen Verbindungen beteiligt, die die Stimmung, das Sozialverhalten und den Stoffwechsel beeinflussen.

Die Rolle von Oxytocin

Das Hormon Oxytocin, das oft als 'Liebeshormon' bezeichnet wird, spielt nachweislich eine zentrale Rolle in diesem System.

Verheiratete Teilnehmer mit hoher emotionaler Unterstützung wiesen höhere Oxytocinwerte auf als alleinstehende Teilnehmer. Laut Church deuten die Daten darauf hin, dass Oxytocin ein biologischer "Botenstoff" sein könnte, der:

  • die Bereiche des Gehirns stärkt, die für die Selbstkontrolle und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Essensverlockungen verantwortlich sind,

  • und gleichzeitig ein gesundes Darmstoffwechselprofil fördert.

"Stellen Sie sich Oxytocin als den Dirigenten vor, der das Gehirn-Darm-Orchester leitet", erklärt Church. - Es stärkt die Fähigkeit des Gehirns, Heißhungerattacken zu widerstehen, und löst gleichzeitig positive Prozesse im Darm aus, die dazu beitragen, ein gesundes Gewicht zu halten.

Die Ehe als "Selbstbeherrschungstrainer"

Die Autoren betonen: Das heißt nicht, dass jede Ehe automatisch vorteilhaft ist. Die Auswirkungen waren bei denjenigen am stärksten ausgeprägt, die über eine hohe emotionale Unterstützung in der Partnerschaft berichteten.

"Die Ehe kann als 'Trainingsplatz' für Selbstbeherrschung dienen", sagt Church. - Langfristige Beziehungen erfordern eine ständige Unterdrückung destruktiver Impulse und eine Konzentration auf langfristige Ziele. Dieselben Gehirnschaltungen sind möglicherweise auch an der Kontrolle des Essverhaltens beteiligt."

Die Studie, so die Autoren, bietet die Aussicht, die Qualität sozialer Beziehungen bei der Prävention und Behandlung von Fettleibigkeit zu berücksichtigen - zusammen mit Ernährung und körperlicher Aktivität.

Beschränkungen

Die Forscher weisen darauf hin, dass:

  • die Daten einmalig erhoben wurden, so dass es nicht möglich ist, definitiv über Ursache und Wirkung zu sprechen;

  • die meisten Teilnehmer bereits übergewichtig oder fettleibig waren;

  • die verheirateten/verheirateten Teilnehmer waren im Durchschnitt älter.

Größere, vielfältigere und längerfristige Studien sind erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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