Erde, Sonne und Schaufel: Das Geheimnis der guten Laune, das unsere Großmütter kennen

Die Arbeit im Garten ist nicht nur eine körperliche Aktivität, sondern auch eine starke Quelle des psychischen Wohlbefindens.

Trotz der Müdigkeit nach dem Ausgraben von Kartoffeln, Düngen, Gießen und Beschneiden von Sträuchern fühlen sich viele Menschen zufrieden und ruhig. Wie sich herausstellt, ist das kein Zufall: Es gibt eine wissenschaftliche Grundlage für dieses Phänomen.

In einer Disziplin namens Gartenbau-Therapie wird die Gartenarbeit als Mittel zur Unterstützung von Menschen mit verschiedenen psychischen Problemen eingesetzt. Laut Karen Haney, einer Ausbilderin für Gartenbautherapie an der UCLA Extension, helfen Pflanzen und Bodenaktivitäten den Menschen, mit emotionalem Stress umzugehen.

Die Ergotherapeutin Sarah Thompson aus Idaho stellt fest, dass es ausreicht, sich ein paar Mal pro Woche 20-30 Minuten der Gartenarbeit zu widmen, um die Auswirkungen zu spüren - weniger Stress, bessere Stimmung und allgemeine emotionale Erholung.

Warum Gartenarbeit funktioniert

Gartenarbeit ist mehr als nur ein Spaziergang an der frischen Luft. Sie erfordert Aufmerksamkeit, Pflege, Entscheidungsfindung und das Beobachten von Pflanzen, die wachsen und sich entwickeln. Dieser Ansatz macht den Prozess bedeutungsvoller als eine einfache Entspannung in der Natur. Das Ergebnis ist ein Gefühl von Erfolg und Kontrolle, was besonders für Menschen wichtig ist, die unter Angstzuständen oder Depressionen leiden.

Darüber hinaus hilft der Kontakt mit der Erde dem Körper über das Mikrobiom: Der Boden beherbergt Bakterien, die sich positiv auf die Produktion von Serotonin, dem "Glückshormon", ausgewirkt haben. Und der Aufenthalt in der Sonne regt die Produktion von Vitamin D an, das ebenfalls die Stimmung verbessert.

Wissenschaftliche Belege

Eine Studie der University of Colorado in Boulder bestätigt die Vorteile der Gartenarbeit. Die Teilnehmer, die Zugang zu Beeten und Setzlingen hatten, berichteten über ein niedrigeres Stressniveau, stärkere soziale Bindungen und eine höhere Ballaststoffaufnahme - Faktoren, die nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Gesundheit verbessern. Sie waren auch 42 Minuten pro Woche körperlich aktiver als eine Kontrollgruppe, die nicht gärtnerte.

Eine Studie der Universität von Exeter und der Royal Horticultural Society of Great Britain kam zu ähnlichen Ergebnissen: Das Wohlbefinden der Gärtner war in vielen Bereichen mit dem der Bewohner wohlhabenderer Stadtviertel vergleichbar.

Vorteile für alle

Gartenarbeit ist universell: Sie hängt nicht vom Alter, der körperlichen Verfassung oder der Grundstücksgröße ab. Es hilft bei der Entwicklung von Kraft, Flexibilität, Gleichgewicht und kognitiven Fähigkeiten, einschließlich Kreativität und Problemlösung. Außerdem fördert es die soziale Integration und gibt ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Sarah Thompson fasst zusammen: "Tief im Innern haben wir Gärtner das schon immer gewusst. Jetzt haben wir den wissenschaftlichen Beweis dafür."