EU genehmigt Impfstoff zur HIV-Prävention: Wie er funktioniert
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat eine positive Empfehlung für ein neues injizierbares Medikament zur HIV-Prävention, Lencapavir (Handelsname Yeytuo), ausgesprochen, das von Gilead Sciences entwickelt wurde. Der Hauptvorteil dieses Medikaments ist, dass nur zwei Injektionen pro Jahr für einen wirksamen Schutz gegen das Virus ausreichen. Darüber schreibt Associated Press.
Die Agentur betonte, dass Lenkapavir hochwirksam ist und ein wichtiges Instrument für die öffentliche Gesundheit werden kann. Nach der endgültigen Zulassung durch die Europäische Kommission wird das Medikament in allen EU-Ländern sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein erhältlich sein.
Klinische Studien haben einen nahezu 100-prozentigen Schutz vor HIV-Infektionen bei Männern und Frauen bestätigt. Lencapavir wird bereits in der HIV-Therapie eingesetzt, aber jetzt könnte es den Ansatz der Prävention verändern - insbesondere für Menschen, denen es schwerfällt, täglich Tabletten zu nehmen oder regelmäßig zum Arzt zu gehen.
Die Exekutivdirektorin von UNAIDS, Winnie Byanyima, bezeichnete Lencapavir als "eine Chance, den Verlauf der Epidemie zu verändern", wenn das Medikament für alle, die es brauchen, verfügbar wird. In den USA wurde es bereits im Juni von der FDA zugelassen, und die Weltgesundheitsorganisation hat den Ländern empfohlen, es in ihre Präventionsprogramme aufzunehmen.
Die Frage der Verfügbarkeit bleibt jedoch bestehen. Gilead hat zugestimmt, die Lizenz zu übertragen, um billigere Versionen in 120 Ländern mit hoher Inzidenz, hauptsächlich in Afrika, Asien und der Karibik, verfügbar zu machen. Lateinamerika, wo die Zahl der Neuerkrankungen ebenfalls ansteigt, wurde nicht in das Programm aufgenommen, was Experten alarmiert.
Nach Angaben von UNAIDS leben weltweit mehr als 40 Millionen Menschen mit HIV. Im Jahr 2024 werden etwa 630.000 Menschen an AIDS sterben.