Fische wissen, dass man sie anschaut - Studie zeigt

Royal Society Open Science (2026). DOI: 10.1098/rsos.251919

Fische können spüren, wenn jemand sie anschaut. Außerdem sind sie in der Lage zu unterscheiden, wohin der Blick einer Person gerichtet ist und reagieren darauf auf unterschiedliche Weise.

Wissenschaftler untersuchten das Verhalten von Buntbarschen aus dem Tanganjikasee, großen Fischen, die für die aggressive Verteidigung ihres Nachwuchses bekannt sind.

Während des Experiments tauchten die Taucher zu den Nestern und verhielten sich anders:

  • sie blickten direkt auf die Nachkommen
  • sie waren nahe an ihnen dran, schauten aber weg
  • drehten sie ihren Körper zur Seite
  • blickten auf die erwachsenen Fische

Die Reaktionen wurden mit Unterwasserkameras aufgezeichnet.

Details

Die Fische griffen Taucher deutlich häufiger an, wenn sie direkt auf die Eier oder die Jungfische blickten.

Wenn eine Person in der Nähe war, aber nicht auf das Nest schaute, war das Ausmaß der Aggression merklich geringer.

Das bedeutet, dass die Fische nicht nur die Anwesenheit einer Person wahrnehmen, sondern auch die Richtung der Aufmerksamkeit der Person.

Warum dies wichtig ist

Bisher wurde die Fähigkeit, Blicke zu erkennen, bei Primaten und Vögeln ausgiebig untersucht, bei Fischen jedoch kaum berücksichtigt.

Eine neue Studie zeigt, dass selbst diese Organismen möglicherweise über komplexere kognitive Fähigkeiten verfügen als angenommen.

Hintergrund

Die Wissenschaftler weisen auch auf die praktische Seite der Entdeckung hin.

Beim Tauchen oder Ökotourismus muss man daran denken:

  • das Anstarren von Nestern kann Stress verursachen
  • und bei Fischen Aggressionen auslösen,

denn Fische sind nicht nur in der Lage, Menschen zu bemerken, sondern auch zu verstehen, wohin ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist. Und wenn es um den Nachwuchs geht - reagieren Sie so heftig wie möglich darauf.

Quelle

Königliche Gesellschaft Offene Wissenschaft