Forscher haben den sichersten Weg gefunden, die Einnahme von Antidepressiva zu beenden

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Der beste Weg, Antidepressiva ohne einen akuten Rückfall abzusetzen, heißt
SHVETS Produktion von Pexels
19:00, 29.12.2025

Wissenschaftler haben den sichersten Weg zum Absetzen von Antidepressiva genannt.



Der wirksamste und sicherste Weg, die Einnahme von Antidepressiva nach einer Besserung abzusetzen, ist die schrittweise Reduzierung der Dosis mit psychologischer Unterstützung. Dies geht aus einer wichtigen neuen Studie hervor , die in The Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden mehr als 5% der Weltbevölkerung an Depressionen. Antidepressiva werden seit Jahrzehnten eingesetzt, aber die Frage, wie man sie richtig absetzen kann, ist immer noch eine der komplexesten und am wenigsten erforschten in der klinischen Praxis.

Warum das Absetzen von Antidepressiva alarmierend ist

Experten zufolge wird jede Dosisänderung oder Substitution des Medikaments für die Patienten oft zu einer Quelle schwerer Ängste. Gleichzeitig werden die Menschen in vielen Fällen nach dem Absetzen der Therapie ohne weitere Betreuung zurückgelassen.

In den letzten Jahren sprechen immer mehr Psychiater von der Notwendigkeit des so genannten Deprescribing - einer kontrollierten und langsamen Reduzierung der Dosis, um Entzugserscheinungen, Nebenwirkungen und einen Rückfall der Depression zu vermeiden.

Was die groß angelegte Studie zeigte

Die Autoren der neuen Analyse untersuchten Daten aus 76 randomisierten klinischen Studien mit etwa 17.000 Patienten mit Depressionen in Remission.

Die Ergebnisse zeigen:

  • eine schrittweise Reduzierung der Antidepressiva-Dosierung in Kombination mit einer Psychotherapie führt zu besseren Ergebnissen;

  • im Vergleich zu einem abrupten Absetzen oder einer zu schnellen Dosisreduktion verringert dieser Ansatz das Risiko eines Rückfalls bei einem von fünf Patienten;

  • ein abruptes Absetzen war in allen Fällen dieschlechteste Option.

Antidepressiva sind nicht immer eine lebenslange Therapie

Laut Studienkoautorin Deborah Zaccoletti von der Universität Verona zeigen die Ergebnisse, dass Antidepressiva zwar helfen, Rückfälle zu verhindern, aber nicht unbedingt von allen Patienten lebenslang eingenommen werden müssen.

Gleichzeitig betonen die Experten, dass selbst bei einer sehr langsamen Dosisreduzierung das Risiko eines Wiederauftretens der Symptome nicht vollständig verschwindet, was die Bedeutung einer psychotherapeutischen Unterstützung nur noch verstärkt.

Das Problem des Zugangs zu psychologischer Unterstützung

Einige Experten weisen auf die Kluft zwischen den Empfehlungen und der Realität hin. Die psychologische Unterstützung, die als Schlüsselelement für einen sicheren Entzug angeführt wird, ist nicht für jeden zugänglich.

Die Patienten sind oft mit einem Mangel an Fachleuten, langen Abständen zwischen den Beratungssitzungen und einem Mangel an Unterstützung zu einem kritischen Zeitpunkt konfrontiert, wenn die Symptome mit der Dosisreduzierung zunehmen können.

Darüber hinaus wird der Wunsch eines Patienten, die Einnahme von Antidepressiva zu reduzieren oder abzusetzen, manchmal immer noch als Verleugnung der Krankheit und nicht als anerkannte Phase der Genesung wahrgenommen.

Was die Patienten beachten sollten

Die Autoren und Kommentatoren der Studie betonen: Die Entscheidung, Antidepressiva abzusetzen, sollte nur in Zusammenarbeit mit einem Arzt getroffen werden. Ein Absetzen der Therapie auf eigene Faust kann gefährlich sein und das Risiko eines Rückfalls erhöhen.

Die Studie unterstreicht lediglich die Notwendigkeit eines systematischen Ansatzes, bei dem sich medikamentöse Therapie und Psychotherapie gegenseitig ergänzen - insbesondere in der Entzugsphase.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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