Freundlichkeit ist kein angeborenes Talent: Wie man Moral in Kindern kultiviert
Viele Menschen haben den Eindruck, dass ein Mensch entweder "gut" oder "schlecht" ist - und das für immer.
Bei Familientreffen, in der Schule oder auf dem Schulhof werden Kinder leicht als "nett", "schwierig" oder "aggressiv" abgestempelt. Erwachsene werden sogar noch häufiger als Menschen mit unveränderlichem Charakter und fester Moral wahrgenommen, schreibt Phys.org.
Die psychologische Forschung legt jedoch das Gegenteil nahe: Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind in der Lage, sich zu verändern und moralisch zu wachsen. Jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Schwächen - manche sind großzügig, aber jähzornig; andere sind ehrlich, aber zurückhaltend. Diese Eigenschaften sind nicht zementiert - sie entwickeln sich in die eine oder andere Richtung, vor allem abhängig davon, wie das Kind behandelt wird und was von ihm erwartet wird.
Wenn ein Kind ständig als "böse" angesehen wird, wird es auch so behandelt werden und mit der Zeit tatsächlich anfangen, sich diesem Bild entsprechend zu verhalten.
Die Autoren dieses Artikels stützen sich auf das Konzept der Wachstumsmentalität der Psychologin Carol Dweck. Es wird in der Regel auf das Lernen angewandt ("Ich kann lernen, wenn ich mich anstrenge"), aber das gleiche Prinzip funktioniert auch im Bereich der Moral:
ein Kind ist nicht "von Natur aus egoistisch", es weiß nur noch nicht, wie man teilt und braucht Hilfe und Anleitung.
Es ist wichtig zu glauben, dass:
das Kind fürsorglicher, ehrlicher und fairer werden kann;
wir selbst, als Erwachsene, auch moralisch besser werden können.
Was Erwachsene tun können
Die Autoren betonen: Eltern, Lehrer und andere wichtige Erwachsene spielen eine wichtige Rolle.
Sie können:
Mitgutem Beispiel vorangehen: wie wir selbst mit Menschen umgehen, ob wir respektvoll sprechen, ob wir zugeben können, wenn wir Unrecht haben.
Mit moralischen Situationen umgehen: mit dem Kind besprechen, warum jemand das getan hat, was er oder sie getan hat, wie es anders hätte sein können, wie sich die Konfliktparteien fühlen.
Helfen Sie, mit Emotionen umzugehen: Bringen Sie dem Kind bei, mit Wut, Eifersucht und Groll umzugehen, die es dazu treiben, anderen zu schaden.
Es ist nicht nur wichtig, über Freundlichkeit zu sprechen, sondern dem Kind auch die Möglichkeit zu geben, sie zu üben:
einem Klassenkameraden zu helfen, der in der Pause allein ist;
einem Klassenkameraden helfen, der in der Pause allein ist;
einen älteren Nachbarn besuchen;
kümmern Sie sich um ein Haustier.
Erweitern Sie den "Kreis der Fürsorge"
Ein häufiges Problem ist, dass wir uns nur um "unsere eigenen" kümmern: Familie, Freunde, der engste Kreis. Es ist wichtig, dass die Erwachsenen den Kindern helfen, diejenigen wahrzunehmen, die normalerweise im Schatten bleiben:
der Busfahrer,
der Hausmeister in der Schule,
der Kellner im Café.
Diese einfachen Gesten - "Danke" sagen, Respekt zeigen, nicht herabschauen - lehren Kinder, den Wert aller zu sehen, nicht nur den "eigenen".
Sprechen Sie mit Kindern über ihre eigenen Fehler
Eines der wirksamsten Mittel ist es, wenn Eltern ehrlich über ihre eigenen moralischen Verfehlungen sprechen:
"Ich bin heute bei der Arbeit ausgerastet und habe mich unfair verhalten. Ich möchte es beim nächsten Mal anders machen und ich sage Ihnen, wie.
Auf diese Weise zeigen Erwachsene
zeigen, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen,
demonstrieren sie eine Wachstumsmentalität: "Ich kann es besser machen."
sie bilden eine Familienidentität: "In unserer Familie ist es wichtig, Gutes für andere zu tun, ehrlich und fair zu sein".
Für ein Kind ist dies eine starke Botschaft: Moral ist keine Abstraktion oder eine Reihe von schönen Worten, sondern eine lebenslange Lernpraxis.
Die Autoren stellen fest, dass die heutige Gesellschaft oft moralisch gespalten scheint, mit zunehmendem Individualismus und gegenseitiger Feindseligkeit entlang politischer und sozialer Linien.