Gadgets hemmen die Sprachentwicklung von Kindern - Studie

  1. Startseite
  2. Sozialnachrichten
  3. Bildung
  4. Gadgets hemmen die Sprachentwicklung von Kindern - Studie
Viele Bildschirme, wenig Worte: Wie Gadgets die Sprachentwicklung von Kindern hemmen
23:00, 08.07.2025

Die übermäßige Nutzung von Bildschirmen in jungen Jahren kann die Entwicklung der Sprachfähigkeiten von Kindern verlangsamen.



Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die die Psychologin Sarah Cooker von der Southern Methodist University in Dallas vorgestellt hat. Den Autoren zufolge lernen Kinder schneller sprechen, wenn sie mit realen Objekten interagieren, anstatt sich nur ein Video auf einem Bildschirm anzusehen.

"Wenn ein Kind ein neues Wort lernt, wie z.B. 'Banane', ist es wichtig, dass es sie anfassen, von allen Seiten betrachten und riechen kann. Nur dann entstehen vollständige Assoziationen und das Wort wird verankert", erklärt Kocher.

Ihrer Meinung nach liefert ein Bild auf dem Bildschirm oder eine Karikatur nicht die gleiche Menge an Informationen wie ein echter Gegenstand.

Die Autoren glauben, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sprachentwicklung bei Kindern in taktilen und sensorischen Erfahrungen liegt, die ein tiefes und mehrkanaliges Lernen ermöglichen.

"Nur schauen ist nicht dasselbe wie spielen, berühren und erforschen", betont Coaker.

Die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind besonders wichtig. In dieser Zeit werden die grundlegenden Verbindungen zwischen dem Gehirn und der Sprache gebildet. Daher raten Experten, die Bildschirmzeit in dieser Zeit so weit wie möglich einzuschränken und auf aktive Formen des Lernens zu setzen.

Die Autoren der Studie betonen jedoch, dass nicht alle Bildschirminhalte schädlich sind. Einige Formen digitaler Medien können im Gegenteil zum Lernen beitragen, insbesondere wenn sie in sozialen Interaktionen genutzt werden. So können Videotelefonate mit der Oma einem Kind helfen, Dialoge zu führen, und gemeinsames Spielen kann das Zuhören und Sprechen fördern.

Um sicherzustellen, dass die Bildschirmzeit nützlich ist, gibt Kucker Eltern vier einfache Tipps:

  1. Stellen Sie sich die Frage: Warum geben Sie Ihrem Kind einen Bildschirm? Wenn es nur zur Ablenkung oder Beruhigung dient, sollten Sie vielleicht Alternativen wie ein Anti-Stress-Spielzeug oder Atemübungen ausprobieren.

  2. Nutzen Sie Bildschirme zur Kommunikation. Videoanrufe mit geliebten Menschen helfen dabei, die Fähigkeit des "Feedbacks" im Gespräch zu entwickeln. Gemeinsame Spiele für zwei Personen, wie z.B. Online-Puzzles, fördern ebenfalls die Sprachfähigkeit.

  3. Wählen Sie interaktive Inhalte. Wenn ein Video oder eine App Ihr Kind nicht zu einer Reaktion auffordert, wird es nicht viel nützen. Wählen Sie lieber Inhalte, die Fragen stellen oder sich auf die Welt um sie herum beziehen.

  4. Kompensieren Sie den Bildschirm mit Live-Interaktion. Lassen Sie das Kind so viel echte Sprache wie möglich hören. Selbst einfache Kommentare zu dem, was es tut - zum Beispiel beim Kochen oder Putzen - fördern die Sprachentwicklung.

Die Autoren sind der Meinung, dass die Hauptaufgabe der Eltern nicht darin bestehen sollte, digitale Geräte vollständig zu eliminieren, sondern ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Bildschirm und dem "Live"-Erlebnis zu schaffen. Nur dann kann die Technologie zu einer Hilfe und nicht zu einem Hindernis für das Lernen und die Entwicklung eines Kindes werden.

Olena Tkalich

Expertin für die Rechte von Frauen und Menschen mit Behinderungen, Mutterschaft im modernen Kontext, Reform der Gesundheitswesen, Bildung und Sozialfürsorge.

Nachrichten nach Themen

Populäre Nachrichten

Kriegsnachrichten