Geheimdienst sagt, wie viel Getreide Russland im Jahr 2025 aus der Ukraine gestohlen hat
Illegal exportiertes Getreide wird in Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien verschifft.
Russland hat im Jahr 2025 mehr als 2 Mio. Tonnen Getreide im Wert von etwa 400 Mio. Dollar aus den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine exportiert und dabei die Häfen der Regionen Krim, Saporischschja und Donezk genutzt. Dies erklärte der erste stellvertretende Leiter des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine Oleg Lugovskyy, schreibt Ukrinform.
Ihm zufolge waren die Hauptabnehmer des illegal exportierten Getreides die Länder Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Die russische Seite schickt ukrainische Agrarprodukte, die in den besetzten Gebieten geerntet wurden, auf ausländische Märkte und gibt vor, dass es sich um ihre eigenen handelt.
Zur Umsetzung dieser Pläne bedient sich Russland der so genannten "Getreideflotte", und in offenen Gewässern am Ausgang der Straße von Kertsch wurde ein spezieller "Getreideumschlagplatz" eingerichtet, an dem Getreide von russischen kleinen Massengutfrachtern auf ausländische Trockenfrachtschiffe umgeladen wird.
Dieses System ermöglicht es, die Herkunft der Produkte zu verschleiern und erschwert die Identifizierung auf dem internationalen Markt. Nach dem Umladen verliert das ukrainische Getreide tatsächlich seine Spur und wird als russisches Getreide exportiert", so Lugovsky.
An dieser Logistikkette sind 45 Schiffe, zwei Lagerschiffe und etwa 40 Kabotageschiffe beteiligt. 85 Prozent der Schiffe sind unter russischer Gerichtsbarkeit registriert, was es dem Kreml ermöglicht, die Auswirkungen der internationalen Sanktionen teilweise zu umgehen oder zu minimieren.
Die illegalen Exporte beschränken sich nicht nur auf landwirtschaftliche Produkte. Lugovsky zufolge exportiert Russland auch aktiv Kohle, Koks, Kaolin, Eisenerz, Soda und Stahl aus den vorübergehend besetzten Gebieten. Allein im letzten Jahr wurden mehr als 200.000 Tonnen Mineralien und metallurgische Produkte auf dem Seeweg exportiert.
Der Auslandsnachrichtendienst betont, dass solche Aktionen nicht nur eine Verletzung des Völkerrechts sind, sondern auch ein direktes Wirtschaftsverbrechen, das der Ukraine Verluste in Milliardenhöhe verursacht. Neben dem finanziellen Schaden verliert die Ukraine auch die Kontrolle über ihre Ressourcen und die Weltmärkte verlieren die Transparenz über die Herkunft der Produkte.