Gesundheit kommt an zweiter Stelle: Was für Menschen über 65 wirklich zählt

Wenn es um Senioren geht, denken die meisten Menschen, dass das Wichtigste für sie ihre Gesundheit ist.

Eine Studie der Case Western Reserve University widerlegt jedoch dieses Stereotyp.

Ältere Patienten, die Walk-in-Kliniken aufsuchen, legen eher Wert auf soziales Engagement und ein Gefühl der Gemeinschaft als auf Gesundheit.

Die Forscher analysierten die Antworten von 388.000 Patienten im Alter von über 65 Jahren, die in 35 US-Bundesstaaten Walk-in Clinics aufsuchten. In diesen Einrichtungen werden kleinere Krankheiten und Verletzungen behandelt.

Von Januar 2021 bis März 2024 wurde den Patienten eine offene Frage gestellt: "Was ist Ihnen am wichtigsten?" Die Antworten wurden in einem elektronischen medizinischen System aufgezeichnet, so dass die Forscher landesweite Trends beurteilen konnten.

Die Ergebnisse überraschten die Forscher selbst:

  • Fast die Hälfte der Befragten nannte soziale Aktivität und Engagement als ihre oberste Priorität.

  • An zweiter Stelle stand die Gesundheit (21%).

  • Es folgt die Unabhängigkeit (17%).

  • An vierter Stelle stand derfamiliäre Zusammenhalt (10,5 %).

Fast zwei Drittel der Befragten waren Frauen, 75 % waren weiß, 5 % waren schwarz, 4,7 % waren hispanisch und 2,7 % waren asiatisch. Und die Forscher fanden keine signifikanten Unterschiede bei den Prioritäten nach Geschlecht, Ethnie oder Volkszugehörigkeit.

Laut Nick Schiltz, Associate Professor an der Frances Payne Bolton School of Nursing, einem der Leiter der Studie, helfen diese Daten, die Werte der Patienten besser zu verstehen und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Wenn zum Beispiel die Unabhängigkeit und die Teilnahme an Aktivitäten für eine ältere Person wichtig sind, können Ärzte die Medikamenteneinnahme anpassen, um das Sturzrisiko zu verringern, oder Produkte zur Steigerung der Mobilität verschreiben.