Ihr Hund könnte ein Genie sein - prüfen Sie diese drei Anzeichen
Die einzigartige Fähigkeit einiger Hunde, Dutzende oder sogar Hunderte von Gegenständen beim Namen zu nennen, könnte mit drei wichtigen kognitiven Eigenschaften zusammenhängen: Neugier, Konzentrationsfähigkeit und Impulskontrolle.
Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der University of Portsmouth (Großbritannien) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Deutschland).
In der Studie, die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, wurde zum ersten Mal im Detail untersucht, was so genannte "label-learning dogs" auszeichnet - Hunde, die eine große Anzahl von Objekten anhand von verbalen Bezeichnungen erkennen. Solche Tiere sind in der Lage, ein benanntes Objekt unter vielen anderen auszuwählen, ohne dazu aufgefordert zu werden. Eine solche Fähigkeit ist äußerst selten und den Forschern zufolge eine angeborene individuelle Eigenschaft.
Die Autoren der Arbeit, Dr. Kaminski und Dr. Breuer, fanden 11 solcher Hunde in fünf Ländern. Bevor sie in die Studie aufgenommen wurden, wurden die Tiere einem Test unterzogen: Sie sollten auf Kommando den richtigen Gegenstand auswählen, ohne ihren Besitzer oder andere Menschen zu sehen, um nonverbale Hinweise auszuschließen.
Da die Hunde in verschiedenen Ländern lebten, wurden die Experimente im Format der "Bürgerwissenschaft" durchgeführt: Die Besitzer wurden von den Wissenschaftlern angewiesen, acht kognitive Tests zu Hause durchzuführen und diese auf Video aufzunehmen. Eine Kontrollgruppe - Hunde desselben Alters, Geschlechts und Rasse, aber ohne Fähigkeiten zur Erkennung von Markierungen - wurde ähnlichen Tests unterzogen.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die "Genies" unter den Hunden durch drei Eigenschaften auszeichnen:
- Hohe Neugierde - intensives Interesse an neuen Objekten.
- Starke Konzentration - eine ausgeprägte Vorliebe für bestimmte Objekte.
- Fähigkeit zur Impulshemmung - die Fähigkeit, gewohnheitsmäßige Reaktionen zu unterdrücken und ein Objekt entsprechend der anstehenden Aufgabe und nicht nach persönlichen Vorlieben auszuwählen.
Laut Breuer überrascht es nicht, dass sich die Impulskontrolle als wichtig erwies. Sie führte das Beispiel ihres eigenen Hundes an, der nicht an der Studie beteiligt war: "Sie liebt den Ball so sehr, dass sie den Ring nie bringt, wenn der Ball herumliegt."
Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob diese Eigenschaften angeboren sind oder durch die Umgebung und das Training geprägt werden. Die Forscher vermuten, dass diese Daten im Laufe der Zeit dazu beitragen könnten, so etwas wie einen "Welpen-IQ-Test" zu entwickeln - eine frühe Einschätzung der Eignung eines Hundes, eine große Anzahl von Wörtern zu lernen. Dies könnte bei der Auswahl von Hunden für Dienst- und Rettungsorganisationen wichtig sein.
Einer der Teilnehmer an der Studie war Harvey, der als einer der klügsten Hunde Großbritanniens bekannt ist: Er kennt die Namen von 203 Spielzeugen. Sein Besitzer stellt fest, dass seine Wissbegierde dem Hund wirklich hilft, sich Namen zu merken - Harveys Spielzeugsammlung umfasst bereits mehr als 220 Gegenstände.
Forscher der Universität von Portsmouth begannen sich vor fast 20 Jahren für die kognitiven Fähigkeiten von Hunden zu interessieren, nachdem sie den Fall des berühmten Border Collie Rico untersucht hatten, der etwa 200 Wörter verstand. Seitdem hat das Zentrum die Erforschung des Hundeverhaltens auf eine neue Ebene gehoben: Wissenschaftler haben zum ersten Mal gezeigt, dass die Tiere zusätzliche Muskeln um ihre Augen herum entwickelt haben, um effektiver mit Menschen zu kommunizieren - eben die Geste des "Welpenblicks".