In Afrika wurde DNA gefunden, die bis zu 50.000 Jahre alt ist
Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, bis zu 50.000 Jahre alte DNA aus Tierresten zu extrahieren, die in Südafrika gefunden wurden. Bislang ging man davon aus, dass das heiße Klima praktisch keine Chance für die Erhaltung von genetischem Material über einen so langen Zeitraum bietet.
Diese Entdeckung stellt einen Rekord für Afrika südlich der Sahara dar und zeigt, dass alte DNA deutlich länger erhalten bleiben kann, als die Forscher bisher angenommen hatten.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“ veröffentlicht.
Wie es den Wissenschaftlern gelang, alte DNA zu finden
Die Forscher untersuchten 320 Knochen und Zähne von wildlebenden Huftieren – Verwandten der heutigen Antilopen, Büffel und anderer Huftiere. Die Überreste wurden in sechs Höhlen und Felsunterkünften an der Südküste Südafrikas gefunden und umfassten einen Zeitraum von bis zu 110.000 Jahren.
Um DNA zu finden, untersuchten die Wissenschaftler 144 der vielversprechendsten Proben. Anstelle der üblichen Methode setzten sie eine Technologie ein, mit der sich selbst sehr kurze und stark beschädigte DNA-Fragmente extrahieren lassen.
Im Ergebnis gelang es, aus 65 Proben genetisches Material zu gewinnen – in fast der Hälfte der Fälle.
Am wertvollsten erwiesen sich vier urzeitliche Funde im Alter von 12 bis etwa 50.000 Jahren, darunter Zähne eines ausgestorbenen Langhornbüffels und einer Bergantilope.
Warum dies wichtig ist
Der Großteil der heute bekannten alten DNA stammt aus kalten Regionen, in denen die Kälte den Zerfall des genetischen Materials verlangsamt. Daher ging man davon aus, dass das heiße Afrika für solche Untersuchungen nahezu ungeeignet sei.
Die neue Studie zeigt, dass dies nicht immer der Fall ist. Nun hoffen die Wissenschaftler, die Geschichte der urzeitlichen Tiere Afrikas wesentlich detaillierter rekonstruieren zu können und besser zu verstehen, wie sich die Ökosysteme des Kontinents vor Zehntausenden von Jahren verändert haben.
Die Autoren betonen, dass diese Entdeckung auch Möglichkeiten für neue Untersuchungen an alter DNA in wärmeren Regionen der Welt eröffnet.
Hintergrund
Als ältestes Genom eines Wildtiers aus Südafrika galt bislang das Genom der ausgestorbenen Blauen Antilope, das etwa 9.300 Jahre alt ist. Die neue Studie hat diese Altersgrenze für die Region um fast das Fünffache erhöht.
Quelle
Studie: Evaluation of DNA and collagen preservation in Late Pleistocene and Holocene bovid fossils from South Africa.
Zeitschrift: Quaternary Science Reviews (2026).