In Afrika wurde wegen eines Ausbruchs von Affenpocken der Notstand ausgerufen
Der afrikanische Kontinent steht vor einer ernsten Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch die rasche Ausbreitung der Affenpocken.
In diesem Zusammenhang hat das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (Africa CDC) einen kontinentalen Sicherheitsnotstand ausgerufen, berichtet Reuters unter Berufung auf eine offizielle Erklärung der Organisation.
Sie bezieht sich auf die alarmierende Ausbreitungsrate der Virusinfektion, die durch engen Kontakt übertragen wird und grippeähnliche Symptome und eitrige Läsionen verursacht.
Der Ausbruch der Affenpocken begann in der Demokratischen Republik Kongo, wo das Virus als endemischer Clade-I-Stamm zirkuliert. Die Situation hat sich jedoch durch das Auftauchen eines neuen Virusstamms, Clade Ib, verkompliziert. Dieser Stamm ist ansteckender und verbreitet sich schneller durch normalen engen Kontakt, was besonders für Kinder gefährlich ist.
In den meisten Fällen verläuft die Krankheit mild, aber sie kann auch tödlich sein.
Heute rufen wir zur Sicherheit des Kontinents einen öffentlichen Gesundheitsnotstand aus, um unsere Institutionen, unseren kollektiven Willen und unsere Ressourcen zu mobilisieren, damit wir schnell und entschlossen handeln können", sagte Generaldirektor Jean Kaseya bei der Pressekonferenz, die live auf Zoom übertragen wurde.
Letzte Woche haben die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) eine zweite Warnung herausgegeben, um Kliniker und Gesundheitsämter über den tödlichen neuen Stamm zu informieren.
Ebenfalls letzte Woche teilte das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention mit, dass die Afrikanische Union ihm 10,4 Millionen Dollar für Notfallmaßnahmen zur Pockenbekämpfung zur Verfügung gestellt hat.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat versprochen, einen Notfallausschuss einzuberufen, um zu erörtern, ob es sich bei dem Ausbruch im Kongo um einen gesundheitlichen Notfall von internationalem Interesse handelt.
Laut Africa CDC wurden seit Anfang des Jahres mehr als 15.000 Fälle von Affenpocken-Infektionen auf dem afrikanischen Kontinent gemeldet. 461 Menschen sind an der Krankheit gestorben, ein Anstieg von 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser rasante Anstieg der Infektionen gibt den Fachleuten Anlass zu großer Sorge und erfordert dringende Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie.