In Superheldenfilmen ist eine schwere Kindheit keine Strafe für Schurkerei

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Schwierige Kindheit ≠ Bösewicht: Marvel und DC Studie widerlegt Stereotyp
08:00, 17.01.2025

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der kanadischen University of Calgary hat ergeben, dass die schwierige Kindheit der Helden und Schurken in den Marvel- und DC-Universen nicht ausschlaggebend dafür ist, für welche Seite sie sich in der Zukunft entscheiden.



Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Quelle: Julia Wigmore et al, "Are adverse childhood experiences scores associated with heroism or villainy? Eine quantitative Beobachtungsstudie über Figuren aus dem Marvel und DC Cinematic Universe", PLOS ONE (2025). DOI: 10.1371/journal.pone.0315268

In der Praxis verwenden Fachleute den ACE-Fragebogen (Adverse Childhood Experiences), um die Anzahl der schwerwiegenden Kindheitserfahrungen einer Person zu bewerten, die von Missbrauch und Vernachlässigung bis hin zu verschiedenen Formen von familiärer Dysfunktion reichen. Man geht davon aus, dass ein hoher ACE-Wert ein erhöhtes Risiko für Gesundheits- und Verhaltensprobleme im Erwachsenenalter bedeuten kann.

In Superheldenfilmen, von Spider-Man über Batman bis hin zu Wonder Woman, tauchen jedoch häufig Figuren auf, deren schwierige frühe Jahre ihren zukünftigen Weg prägen. Die Wissenschaftler beschlossen zu testen, ob diese Idee wahr ist, zumindest im Zusammenhang mit populären Filmen. Das Team sah sich 33 Filme aus den Marvel- und DC-Universen an, bewertete 28 Hauptfiguren (19 Männer, 8 Frauen und 1 Figur mit unklarer Geschlechtsidentität) und berechnete ihren "ACE-Score" auf der Grundlage der in den Filmen gezeigten Kindheitstraumata.

Das Ergebnis war unerwartet: Hohe (oder niedrige) ACE-Werte machen eine Figur nicht automatisch zu einem Bösewicht - und umgekehrt. Das heißt, eine harte Kindheit in Filmen ist keineswegs eine Garantie für einen bösartigen Charakter. Die Wissenschaftler fanden keine statistisch signifikante Beziehung innerhalb eines Unternehmens (Marvel oder DC) oder zwischen männlichen und weiblichen Charakteren.

Dieses Ergebnis, so die Autoren, steht im Einklang mit der Tatsache, dass ein hoher ACE-Wert in der realen Welt nicht unbedingt zu abweichendem Verhalten führt - vielmehr ist er ein Marker für eine Risikozone, in der eine Person möglicherweise zusätzliche Unterstützung benötigt. Die Studie unterstreicht auch, dass Schwierigkeiten in der Kindheit einen nicht zu einem "dunklen" Weg verdammen. Selbst Charaktere mit schweren psychischen Traumata können zu positiven Helden werden und dem Publikum als Beispiel für Widerstandsfähigkeit dienen.

Die Forscher betonen, dass weitere Arbeiten mit einer breiteren Palette von Charakteren, einschließlich weiblicher Charaktere, und unter Berücksichtigung anderer psychologischer Faktoren erforderlich sind. Es ist auch wichtig, sich darüber klar zu werden, wer als Held und wer als Schurke gilt, da einige Filmfiguren moralisch zweideutig sein können.

Durch die Untersuchung von Helden und Schurken haben wir gesehen, dass jeder ein Beschützer oder ein Unruhestifter sein kann, unabhängig von seinen Erfahrungen mit Kindheitstraumata", kommentieren die Autoren. Wir hoffen, dass der Film junge Zuschauer dazu inspiriert, an ihre eigene Stärke zu glauben, auch wenn ihr Start nicht einfach war.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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