Infarkt hat nicht nur mit dem Herzen zu tun: Wissenschaftler haben ihn mit dem Gehirn und dem Immunsystem in Verbindung gebracht

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Das Herz "informiert" das Gehirn über einen Herzinfarkt - und das könnte den Schaden noch verschlimmern, wie eine Studie zeigt
Universität von Kalifornien - San Diego
19:00, 28.01.2026

Nach einem Herzinfarkt wird ein neuroimmuner Kreislauf zwischen Herz und Gehirn ausgelöst, dessen Blockierung den Schaden verringert



Wissenschaftler der University of California, San Diego, haben eine neue Perspektive auf den Herzinfarkt eröffnet: Ihren Erkenntnissen zufolge handelt es sich nicht um ein "lokales" Herzproblem, sondern um ein Ereignis, an dem das Gehirn, das Nervensystem und die Immunantwort beteiligt sind. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Cell veröffentlicht.

Die Autoren beschreiben den Mechanismus als eine zusammenhängende "Schleife": Während eines Herzinfarkts wird die Schädigung des Herzgewebes von sensorischen Neuronen erkannt, woraufhin ein Signal über Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet wird. Das Gehirn löst daraufhin eine Immunreaktion aus - ähnlich wie bei der Reaktion auf ein Trauma. Das Problem ist, dass der Körper bei einem Herzinfarkt eher mit einer Gewebeschädigung als mit einer Infektion zu tun hat. Eine übermäßige oder "fehlgeleitete" Entzündungsreaktion kann weitere Schäden verschlimmern und die Genesung erschweren.

Die Experimente wurden an Mäusen durchgeführt. Die Forscher verfolgten den Signalweg vom Herzen zum Gehirn und unterstrichen die Rolle des Vagusnervs: Nach einem Herzinfarkt nahm die Aktivität einer bestimmten Gruppe empfindlicher Neuronen zu, und die Unterdrückung dieser Signale verbesserte die Herzleistung und verringerte die Anzeichen von Schäden. Unabhängig davon zeigte das Team auch, dass eine verringerte Entzündung in den zugehörigen Nervenstrukturen mit einer günstigeren Erholung des Herzgewebes einherging.

Die Forscher beschreiben, dass die Blockierung des Signalaustauschs im Herz-Hirn-Immunsystem die Ausbreitung des Schadens vom Epizentrum des Herzinfarkts aus stoppen kann. Die Autoren sind der Ansicht, dass diese Kartierung der Neuro-Immun-Verbindungen neue therapeutische Ansätze nahelegen könnte - zum Beispiel Eingriffe, die auf Nervensignale oder Entzündungen abzielen, als Ergänzung zu den klassischen Herzinfarktbehandlungen.

Die unabhängigen Experten betonen jedoch, dass Entzündungen nicht per se "böse" sind: In den frühen Stadien werden sie benötigt, um geschädigtes Gewebe zu säubern und die Reparatur auszulösen. Probleme beginnen jedoch, wenn die Reaktion übermäßig, lang anhaltend oder unkoordiniert wird.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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