Ingenieure unter Beschuss: Wie die Globalisierung die Fachleute trifft

Die Globalisierung verstärkt die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt.

Eine neue Studie eines Akademikerteams unter der Leitung des Wirtschaftsprofessors Sergi Basco von der Universität Barcelona hat ergeben, dass die Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitnehmer nicht nur von der Branche, sondern auch von der jeweiligen Beschäftigung abhängen.

Qualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure und Techniker sowie Niedriglohnempfänger in stark regulierten Branchenwaren besonders gefährdet.

In einer Studie, die Daten von mehr als 163.000 Arbeitnehmern des privaten Sektors in Frankreich zwischen 1993 und 2015 umfasst, analysierten die Forscher die Auswirkungen des so genannten "China-Schocks" - des raschen Anstiegs der chinesischen Importe, der den internationalen Wettbewerb verschärfte und Druck auf die Einkommen der Arbeitnehmer ausübte.

Die erste Studie, die im Journal of International Economics veröffentlicht wurde, führt einen speziellen Index der beruflichen Belastung durch die Globalisierung ein. Er zeigt, wie verschiedene Berufe unter dem Wettbewerb mit chinesischen Importen leiden.

Es zeigt sich, dass technische Spezialisten (z.B. Ingenieure) am meisten verlieren, weil ihre Fähigkeiten nur schwer in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Gleichzeitig sind Arbeitnehmer mit vielseitigeren Aufgaben - zum Beispiel Büroangestellte - weniger anfällig für solche Schocks.

Die Autoren betonen, dass die berufsbedingten Einkommensverluste mit denen vergleichbar sind, die früher der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Sektor zugeschrieben wurden. Dies stellt einfache Ansätze zur Analyse der Auswirkungen der Globalisierung in Frage, die allein auf dem Bildungsniveau oder der Art der Branche basieren.

Die zweite Studie, die in Economics Letters veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf die Rolle von Tarifverhandlungen.

Die Forscher fanden heraus, dass solche Vereinbarungen in einigen Fällen die negativen Auswirkungen der Globalisierung auf die Löhne nicht abmildern, sondern sogar noch verschärfen. Niedrig bezahlte Arbeitnehmer in stark regulierten Sektoren sind besonders stark betroffen, da ihre Löhne stärker sinken als in weniger regulierten Sektoren.

Für hochqualifizierte Arbeitnehmer verschwindet der Unterschied zwischen regulierten und nicht regulierten Sektoren praktisch. Und der Einkommensrückgang erfolgt nicht nur durch direkte Lohnkürzungen, sondern auch durch eine Verringerung der Arbeitsstundenzahl.

Die Forscher betonen jedoch , dass sie nicht die Tarifverhandlungen als solche kritisieren - ihr Ziel ist es, zu zeigen, dass sie unter den heutigen Bedingungen neu überdacht werden müssen.

Obwohl die Untersuchung auf Daten aus Frankreich basiert, sind die Ergebnisse auch für Spanien relevant, wo die Struktur des Arbeitsmarktes ähnlich ist. Sie helfen auch, die möglichen Auswirkungen auf andere Länder zu verstehen - zum Beispiel in den USA, wo Zölle und Beschränkungen des Außenhandels diskutiert werden.

Laut Prof. Basco haben sinkende Exporte einen ähnlichen Effekt wie steigende Importe.