Kiew und der Westen neigen dazu, den Krieg ohne anerkannte Grenzen einzufrieren - Financial Times

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An der Front erwägen sie ein Einfrieren der Grenzen und Sicherheitsgarantien in Form von westlichen Streitkräften, die entlang der Demarkationslinie stationiert sind.

In Europa mehren sich die Spekulationen, dass das wahrscheinlichste Szenario für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges ein Einfrieren des Konflikts mit einer Verschiebung der Lösung der territorialen Fragen auf unbestimmte Zeit sein wird. Alec Russell, Leiter der internationalen Nachrichten bei der Financial Times, schreibt darüber in seinem Autorenartikel.

Seiner Ansicht nach wächst in Brüssel die Hoffnung, dass zumindest im nächsten Jahr ein Waffenstillstand erreicht werden kann, auch wenn es nicht zu einer vollständigen Beilegung des Konflikts kommt. Eine besondere Rolle in diesem Prozess schreiben die Europäer der möglichen Vermittlung von Donald Trump zu, trotz einiger Bedenken gegen sein Handeln.

Russell stellt fest, dass, obwohl einige Politiker weiterhin auf einer Rückkehr zu den Grenzen von 1991 bestehen, in Kiew, Washington und den europäischen Hauptstädten die Einsicht wächst, dass das realistischste Ergebnis ein eingefrorener Konflikt ist. Gleichzeitig könnte die Frage der Grenzen auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Mögliche Szenarien

Zu den diskutierten Optionen gehört ein Szenario, das an das "koreanische Format" erinnert, allerdings ohne amerikanische Truppen zur Bewachung der entmilitarisierten Zone. Aufgrund des Vetos Russlands im UN-Sicherheitsrat erscheint die Entsendung von Friedenstruppen unter der Schirmherrschaft dieser Organisation unwahrscheinlich. Stattdessen, so schlägt Russell vor, könnten europäische Streitkräfte, die entlang der Demarkationslinie stationiert sind, als Friedenstruppen fungieren.

Die europäischen Regierungen sind sich des Risikos bewusst, dass Russland in Ermangelung echter Abschreckungsmechanismen die Aggression wieder aufnehmen könnte. Dennoch bleibt die Stimmung vorsichtig optimistisch. Es besteht zwar die Gefahr, dass Trump die Ukraine zu Zugeständnissen zugunsten des Kremls veranlasst, doch wie ein europäischer Beamter anmerkte, "sollte dies keine Kapitulation der Ukraine bedeuten".

Zusicherungen und nächste Schritte

Zu den Ideen, die in Trumps Umfeld diskutiert werden, gehört es, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben. Diese würden wahrscheinlich nicht das Versprechen einer NATO-Mitgliedschaft beinhalten, sondern könnten Zusagen der USA und Europas beinhalten, "in den Kampf zurückzukehren", wenn Russland das neue Abkommen verletzt, wie es das bei den Minsker Vereinbarungen getan hat.

Der Journalist glaubt, dass das vorgeschlagene Szenario trotz seiner Schwierigkeiten die Grundlage für eine Verringerung der Intensität des Konflikts sein könnte, auch wenn das Risiko eines Wiederaufflammens hoch bleibt.