"Lerchen" und "Eulen" altern unterschiedlich

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21:00, 02.02.2026

Die Tageszeit, zu der eine Person am aktivsten ist - morgens oder abends - kann sich nicht nur darauf auswirken, wie sie sich fühlt, sondern auch auf ihre Muskeln und ihren Stoffwechsel.



Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Barcelona nach der Analyse von Daten über die Beziehung zwischen biologischen Rhythmen und Lebensstil, Muskelmasse und Stoffwechselgesundheit.

Die Ergebnisse werden in einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit vorgestellt, die in der Zeitschrift Nutrients veröffentlicht wurde. An der Studie waren Experten der Universität Barcelona, des Universitätskrankenhauses von Belvidge, des Biomedizinischen Forschungsinstituts von Belvidge (IDIBELL) und des spanischen Netzwerks für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten (CIBERDEM) beteiligt. Das Projekt wurde von Professor Pablo M. Garcia-Roves geleitet.

Biologische Uhr und Muskelgesundheit

Die Autoren stellen fest, dass der Chronotyp - die angeborene biologische Tendenz eines Menschen, zu bestimmten Tageszeiten aktiver zu sein - eine wichtige Rolle bei der Erhaltung von Muskelmasse, -qualität und -stärke spielt und auch die metabolische Gesundheit beeinflusst. Dies könnte erklären, warum die gleichen Empfehlungen für Ernährung, körperliche Aktivität und Tagesabläufe bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Auswirkungen haben.

Die Forscher analysierten die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wechselwirkung zwischen der biologischen Uhr und den Lebensgewohnheiten - Ernährung, körperliche Aktivität und Schlaf - insbesondere im Zusammenhang mit Fettleibigkeit und Alterung.

"Der Chronotyp bestimmt, wie wir die Aktivität über den Tag verteilen und beeinflusst indirekt Schlüsselfaktoren der Muskelgesundheit - Ruhe, Bewegung und Zeitpunkt der Mahlzeiten", erklärt der IDIBELL-Forscher Roberto Barrientos-Salinas.

Wenn soziale Zeitpläne gegen die Biologie verstoßen

Laut der Studie essen Menschen mit einem abendlichen Chronotyp eher spät, haben einen weniger stabilen Schlafrhythmus und halten sich seltener an regelmäßige körperliche Aktivitäten. Diese Diskrepanz zwischen den inneren biologischen Uhren und den sozialen Zeitplänen kann zu einem weniger gesunden Lebensstil führen und sich negativ auf die Qualität der Muskeln und den Stoffwechsel auswirken.

Die Wissenschaftler betonen jedoch: Der Chronotyp ist keine Frage von Willenskraft oder Gewohnheiten, sondern ein biologisch bestimmtes Merkmal, das mit Genetik und Physiologie zusammenhängt.

Muskeln sind ein Schlüsselfaktor für gesundes Altern

Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle des Muskelgewebes als wesentliches Organ für die Gesundheit gewidmet. Muskeln sind nicht nur für Bewegung und Kraft, sondern auch für einen normalen Stoffwechsel und den Erhalt der funktionellen Unabhängigkeit im Alter wichtig.

Forscher warnen vor dem Risiko der sarkopenischen Adipositas, einem Zustand, bei dem überschüssige Fettmasse mit Muskelverlust und verminderter Muskelfunktion einhergeht. Diese Kombination erhöht das Risiko einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter erheblich.

Auf dem Weg zu personalisierten Empfehlungen

Die Autoren der Übersichtsarbeit fordern eine Entwicklung hin zu stärker personalisierten Präventions- und Behandlungsstrategien, die den Chronotyp einer Person berücksichtigen. Dazu gehört die Abstimmung von Mahlzeiten (Chrono-Ernährung), Bewegung und Schlaf auf den individuellen biologischen Rhythmus.

"Die Berücksichtigung des Chronotyps kann dazu beitragen, Gesundheitsempfehlungen genauer und langfristig nachhaltiger zu gestalten - insbesondere bei Programmen zur Gewichtsabnahme, zur Verhinderung von Muskelabbau und zur Unterstützung eines gesunden Alterns", erklärt Professor Nuria Villarraza, Leiterin der Abteilung Endokrinologie und Ernährung an der Belvidge-Klinik.

Bedeutung für Medizin und öffentliche Gesundheit

Obwohl es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf die klinische Praxis und die öffentliche Gesundheit haben. Ein individueller Ansatz für Aktivitäts- und Ruhephasen könnte die Grundlage für wirksamere Präventionsprogramme bilden, insbesondere im Zusammenhang mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und einer alternden Bevölkerung.

"Das Hauptziel ist, dass die Menschen aktiv bleiben und einen sitzenden Lebensstil vermeiden. Aber wenn wir die individuellen biologischen Merkmale verstehen, können wir präzisere Interventionen entwickeln, die tatsächlich die Gesundheit und die funktionelle Kapazität verbessern", schloss Professor Garcia-Roves.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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