Mumien alter Geparden in Höhlen von Saudi-Arabien gefunden

Ahmed Boug/Kommunikation Erde und Umwelt via AP

Wissenschaftler haben in Höhlen im Norden Saudi-Arabiens die mumifizierten Überreste von Geparden entdeckt.

Die Entdeckung wirft ein Licht auf bisher unbekannte Populationen dieser Raubtiere, die einst die Arabische Halbinsel bewohnten. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht.

Archäologen und Zoologen haben in einem Höhlenkomplex in der Nähe der Stadt Arar sieben Gepardenmumien und die Knochen von 54 weiteren Individuen ausgegraben. Das Alter der Funde reicht von etwa 130 Jahren bis zu mehr als 1.800 Jahren. Solch gut erhaltene Überreste von großen Säugetieren sind extrem selten, so die Forscher.

Die Mumien haben trübe Augen, ausgetrocknetes Gewebe und verschrumpelte Gliedmaßen, die an ausgetrocknete Muscheln erinnern. Die Wissenschaftler stellen fest, dass der Mumifizierungsprozess wahrscheinlich auf natürliche Weise stattfand, und zwar aufgrund des trockenen Klimas in den Höhlen und der stabilen Temperaturen, die die Zersetzung der Körper verlangsamten.

Es bleibt unklar, warum es so viele Geparden an einem Ort gab. Eine Hypothese besagt, dass die Höhlen als Höhle genutzt worden sein könnten, in der die Weibchen ihre Jungen geboren und aufgezogen haben. Wichtig ist, dass die Körper der Tiere nicht von Aasfressern gefressen wurden - eine weitere seltene Bedingung für eine so gute Erhaltung.

Die Forscher betonen, dass solche Funde praktisch einmalig sind. In der Vergangenheit haben Wissenschaftler bereits mumifizierte Überreste von anderen Katzen gefunden, wie z.B. ein Säbelzahnkatzenjunges in Russland, aber solche Fälle sind bei großen Fleischfressern selten.

Zum ersten Mal bei natürlich mumifizierten Großkatzen konnten die Experten DNA extrahieren und analysieren. Genetische Analysen zeigten, dass die alten Geparden aus Saudi-Arabien den modernen Populationen in Asien und Nordwestafrika am nächsten stehen.

Diese Erkenntnisse könnten sich als wichtig für zukünftige Programme zur Wiederansiedlung von Geparden in Regionen erweisen, in denen sie ausgestorben sind. Geparden bewohnten einst weite Teile Afrikas und Asiens, nehmen aber heute nur noch etwa 9% ihres historischen Verbreitungsgebiets ein. Auf der Arabischen Halbinsel wurden sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet, was wahrscheinlich auf den Verlust von Lebensraum, die Jagd und den Rückgang der Beute zurückzuführen ist.

Nach Ansicht der Autoren der Studie trägt der Fund nicht nur zum Wissen über die Geschichte der Art bei, sondern könnte auch dazu beitragen, Strategien für die Wiederansiedlung von Geparden in Saudi-Arabien zu entwickeln.