Musik statt Pillen: Wie Lieder helfen, Schmerzen zu lindern

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Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ihre Lieblingsmusik Schmerzen lindern kann
AP Foto/Javier Arciga
22:00, 20.10.2025

Musik ist nicht nur Unterhaltung, sondern ein mächtiges Werkzeug, das Schmerzen lindern kann.



Das zeigen neue wissenschaftliche Untersuchungen, in denen Experten den Einfluss von Musik auf das Schmerzempfinden untersucht haben.

Laut Medicalxpress kann das Hören von Lieblingsmusik die Schmerzen nach einer Operation und bei chronischen Krankheiten verringern.

Ein Beispiel dafür ist der Krankenpfleger Rod Salasay von der UC San Diego Health.

Zusätzlich zu den Medikamenten verwendet er eine Gitarre und eine Ukulele. Auf der postoperativen Station spielt er Lieder, die von den Patienten gewünscht werden, von Volksliedern bis hin zu Klassikern und Lieblingsfilmmelodien. Das Ergebnis ist ein Lächeln, Entspannung und sogar ein geringerer Bedarf an Schmerzmitteln.

Salasay sagt, dass Musik hilft, den Kreislauf von Angst, Schmerzen und Stress zu durchbrechen, der oft mit einem Krankenhausaufenthalt einhergeht. Und er ist nicht der Einzige: In den letzten 20 Jahren wurde die Musiktherapie im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt zunehmend eingesetzt.

Studien zeigen, dass Musik die Schmerzwahrnehmung verringern und sogar die Schmerzgrenze erhöhen kann. Besonders wirksam ist dies, wenn die Patienten ihre eigenen Lieder auswählen und ihnen aufmerksam zuhören. Die Wirkung wird verstärkt, wenn die Musik Emotionen und Erinnerungen aktiviert und positive Assoziationen hervorruft.

"Schmerz ist nicht nur eine körperliche Empfindung, sondern auch eine emotionale Reaktion darauf", erklärt der Psychologe Adam Hanley von der University of Florida. Deshalb kann die Schmerzwahrnehmung von Mensch zu Mensch - oder von Mensch zu Mensch an verschiedenen Tagen - sehr unterschiedlich sein.

Musik hilft Ihnen, sich von den Schmerzempfindungen abzulenken, aber, wie die Wissenschaftler feststellen, viel effektiver als beispielsweise Podcasts. Das liegt daran, dass das Hören Ihrer Lieblingssongs verschiedene Teile des Gehirns aktiviert, darunter auch Bereiche, die für Emotionen, Gedächtnis und Freude zuständig sind.

Eine Studie der Erasmus-Universität in Rotterdam bestätigte dies: Je mehr die Teilnehmer des Experiments das Musikgenre mochten, desto länger hielten sie den Kälteschmerzreizen stand. Überraschenderweise hatte klassische Musik keine universelle Wirkung - es hängt alles von der persönlichen Vorliebe ab.

Die Wahlmöglichkeit spielt eine wichtige Rolle: Sie gibt dem Patienten ein Gefühl der Kontrolle, was besonders bei chronischen Krankheiten wichtig ist. Eine Studie des Trinity College Dublin bestätigt dies: Patienten, die ihre Musik selbst auswählen durften, konnten Schmerzen besser ertragen.

"Musik bietet emotionale Anreize, Ablenkung, Zerstreuung und hilft dabei, abzuschalten und mit dem Schmerz fertig zu werden - ohne Nebenwirkungen", betont Hanley.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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