NATO und EU erörtern mögliche Gespräche mit Russland nach der Befreiung von Cherson durch die Ukraine
Die EU und die NATO glauben, dass Russland nun unter Druck steht und dass die Freilassung von Cherson kurzfristige Verhandlungen mit Russland erleichtern könnte.
Die italienische Publikation La Repubblica berichtet:
Sie sind nicht in der Lage, erfolgreich auf die ukrainische Offensive zu reagieren. Ihre Antwort konzentriert sich defensiv auf die Zerstörung der Infrastruktur - Strom, Wasser, Brücken, Straßen -, den Bau einer dreifachen Grabenlinie und die Nutzung natürlicher Barrieren wie des Flusses Dnjepr. Ziel ist es, den Vormarsch der ukrainischen Streitkräfte zu verlangsamen. Cherson ist nicht nur eine Stadt: Sie ist entscheidend für den Zugang zum Meer und von grundlegender Bedeutung für die Kontrolle der Wasserressourcen und des Flusstransports. Ihre Rückeroberung würde bedeuten, die Richtung des Konflikts für immer zu ändern.
Deshalb kommt aus den USA - über Brüssel - eine Botschaft, die auch eine Einladung an die ukrainischen Behörden ist: Wenn und sobald Cherson zurückgegeben wird, können die Verhandlungen beginnen. Aus einer Position der Stärke, nicht der Schwäche.
Die Veröffentlichung stellt fest:
Auch weil die Aufnahme von Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt nur bedeuten würde, der Moskauer Armee Zeit zu geben, sich neu zu organisieren. Kurzum, einige strategische Eckpfeiler müssen zuerst festgelegt werden.
Die Veröffentlichung weist jedoch auf zwei Aspekte hin:
Die erste ist die Gefahr eines russischen Atombombeneinsatzes. Obwohl die NATO ein solches Szenario nicht für möglich hält, besteht dennoch ein Risiko, das es zu vermeiden gilt. Wenn eine Atombombe eingesetzt wird, wäre eine weitreichende Reaktion der NATO unvermeidlich, ebenso wie es schwierig werden würde, die Nervosität einiger Verbündeter, zum Beispiel Polens, einzudämmen.
Der zweite Aspekt ist, dass mit dem Verlust von Cherson die Krise der ehemaligen Roten Armee offensichtlich wird. Zum jetzigen Zeitpunkt hätte eine vollständige Niederlage Putins für die Vereinigten Staaten das schlimmste Ergebnis: die Übergabe der Kontrolle über Russland an China. Das wäre so, als würde man sich vom Feuer in die Flammen stürzen. Es wäre daher besser, einen feindlichen Führer zu haben, der zwar angeschlagen, aber unabhängig von Peking ist.