Psychologen haben erklärt, wie die Wandfarbe Stress, Schlaf und Denken beeinflusst

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Blau beruhigt, Rot alarmiert: Wie die Inneneinrichtung das Gehirn beeinflusst
Unsplash/CC0 Public Domain
23:00, 05.01.2026

Warum rote Wände eine schlechte Idee sind



Die Wahl der Farbe bei der Renovierung ist nicht nur eine Frage des Geschmacks und der Modetrends, sondern auch ein Faktor, der sich direkt auf den Geisteszustand, die Konzentration und sogar die Produktivität auswirkt. Jeff Beattie, Psychologe und Professor am University College London, schreibt darüber in seinem Artikel für The Conversation und stützt sich dabei auf die Daten der modernen Psychologie und Neurowissenschaft.

Dem Experten zufolge können die Farben, die einen Menschen zu Hause umgeben, Emotionen, Stresslevel, Schlafqualität und kognitive Fähigkeiten beeinflussen - oft unbemerkt von der Person selbst.

Hell oder neutral: Was die Wissenschaft sagt

Neutrale Farbtöne - Weiß, Grau und Beige - erzeugen eine geringe visuelle Belastung und helfen, Stress abzubauen. Sie erweitern visuell den Raum und können sich positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken. Zu kalte Grautöne oder sterile weiße Wände in schlecht beleuchteten Räumen können jedoch Gefühle der Leere und Depression hervorrufen.

Trotz des Trends weg von weißen Innenräumen hin zu gesättigten Farben raten Psychologen, zu helle Farbtöne zu vermeiden. Farben mit geringer bis mittlerer Sättigung, die auf Dauer angenehm sind, gelten als die optimale Wahl.

Die besten Farben für Arbeit und Freizeit

Untersuchungen haben ergeben, dass Blau und gedämpfte Grüntöne die Kreativität fördern und die Konzentration verbessern. Diese Farbtöne sind besonders für Heimbüros und Arbeitsbereiche geeignet.

Grün, eine Farbe, die mit der Natur assoziiert wird, hilft, geistige Müdigkeit zu verringern und die Aufmerksamkeit wiederherzustellen. Dieser Effekt wird häufig im Konzept des biophilen Designs genutzt, das die "Präsenz der Natur" in einer Einrichtung impliziert.

Warme Farben, wie z.B. ein sanftes Gelb, eignen sich besser für soziale Bereiche. Sie vermitteln ein Gefühl von Gemütlichkeit und Belebung, aber ein zu kräftiges Gelb kann die Reizbarkeit erhöhen.

Warum Rot nicht die beste Farbe ist

Psychologen zufolge löst Rot physiologische Erregung aus: Es erhöht die Herzfrequenz und das Angstniveau. Sie wird auch mit Gefahr und Alarmsignalen in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass schon der Anblick der Farbe Rot oder des Wortes 'rot' die Leistung bei geistigen Aufgaben beeinträchtigen kann.

Daher ist die Verwendung von Rot in Arbeitsräumen nicht zu empfehlen. Für ein Heimbüro wäre Blau die bessere Wahl, denn es wird mit Himmel und Wasser assoziiert und fördert die ruhige Konzentration.

Regel 60-30-10: Wie Sie Farben kombinieren

Einrichtungsexperten empfehlen die 60-30-10-Regel:

  • 60% - Hauptfarbe (Wände, große Möbel),

  • 30% - zusätzlicher Farbton (Vorhänge, Teppiche),

  • 10% - Akzentfarbe.

Obwohl die Verbindung dieser Regel mit dem "Goldenen Schnitt" wissenschaftlich nicht bestätigt ist, hilft sie dabei, einen visuell ausgewogenen Raum zu schaffen.

Als Beispiel bietet der Psychologe eine Kombination an:

  • hauptfarbe - sanftes Salbeigrün,

  • die Komplementärfarbe ist warmes Creme,

  • akzent - gedämpftes Gold.

Dieser Ansatz reduziert seiner Meinung nach Stress, schafft ein Gefühl der Gemütlichkeit und trägt zur Symbolik von Zuversicht und Stabilität bei - vorausgesetzt, er ist maßvoll.

Fazit

Die Wandfarbe ist nicht nur eine Dekoration. Sie prägt den emotionalen Hintergrund, beeinflusst das Denken und Verhalten und kann entweder die Erholung fördern oder die Müdigkeit verstärken. Psychologen raten, bei der Wahl der Farbpalette bewusst vorzugehen und sich nicht nur an der Mode zu orientieren, sondern auch an den Eigenheiten der menschlichen Wahrnehmung.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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