Russland zieht Truppen an Finnlands Grenzen ab

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Russland bereitet sich möglicherweise auf einen Zusammenstoß mit den NATO-Ländern vor, glaubt der Westen.

Russland verstärkt seine militärische Präsenz in der Nähe der finnischen Grenze, insbesondere in der Region Petrosawodsk. Wie das Wall Street Journal berichtet, werden neue russische Waffen nicht an die Front in der Ukraine geschickt, sondern verbleiben zunehmend in Lagerhäusern im Lande.

Der Publikation zufolge baut der Kreml aktiv Eisenbahnstrecken in den Grenzregionen zu Finnland und den baltischen Staaten aus, errichtet neue Kasernen und Schießplätze und modernisiert Waffendepots. Analysten zufolge könnte dies auf Vorbereitungen für eine mögliche Konfrontation mit der NATO hindeuten.

Entlang der Grenze zu Finnland und Norwegen sowie von St. Petersburg bis zur estnischen Grenze werden neue Eisenbahnstrecken gebaut. Gleichzeitig werden die bestehenden Strecken aktiv ausgebaut", schreibt die Zeitung.

Major Juha Kukkola, Professor an der finnischen Nationalen Verteidigungsuniversität und Experte für die russischen Streitkräfte, betont: "Entlang der Grenze zu Finnland gibt es etwa ein Dutzend Gebiete, durch die mechanisierte Truppen fahren können. Wenn dort mit dem Bau oder Umbau von Gleisen begonnen wird, lohnt es sich, darauf zu achten."

Darüber hinaus berichtet die Publikation, dass Russland sein Aufrüstungsprogramm anpasst, um die entlang der Kontaktlinie zur NATO stationierten Truppen mit neuen Systemen auszustatten. Gleichzeitig fließen weiterhin alte und überholte sowjetische Waffen an die ukrainische Front.

Laut Daria Massicot, einer Senior Research Fellow bei der Carnegie Endowment for International Development, sind Fälle, in denen die neuesten russischen Waffen auf dem Schlachtfeld auftauchen, in letzter Zeit äußerst selten.

Das WSJ erinnert uns daran, dass Russland im Jahr 2021, vor einem umfassenden Angriff auf die Ukraine, jährlich etwa 40 T-90M-Panzer produzierte. Heute ist die Produktion auf etwa 300 Fahrzeuge pro Jahr angestiegen, aber fast alle diese Panzer bleiben im Land, sagte eine ungenannte hochrangige finnische Armeequelle.