Sie wollen Sport zu einem 'Hauptfach' machen: Warum Kinder es brauchen

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Es wird vorgeschlagen, Sport zum Hauptunterricht in der Schule zu machen - damit die Kinder gesünder werden und besser lernen.

Die Autoren von The Conversation - Sportwissenschaftler und ehemalige Lehrer - sagen, dass der Sportunterricht ein wichtiger Bestandteil des Schultages sein sollte und nicht "zwei Stunden pro Woche zum Abhaken von Kästchen". Sie erinnern uns daran, dass regelmäßige körperliche Betätigung die Gesundheit, die Stimmung, das Selbstvertrauen und die soziale Kompetenz der Kinder fördert und sich positiv auf die schulischen Leistungen auswirken kann.

Der Anlass für die Diskussion ist das Geld für den Schulsport in England. Medienberichten zufolge haben zwei Ministerien - das Ministerium für Gesundheit und Soziales und das Bildungsministerium - erwogen, die Mittel zu kürzen. Das Gesundheitsministerium ließ die Idee später angeblich fallen, aber die Geschichte selbst zeigte erneut, dass der Sportunterricht oft nicht als Priorität angesehen wird.

Gleichzeitig werben die Behörden für ein neues System des Schulsports: Sie wollen die Schulen mit spezialisierten Sportorganisationen vernetzen und die Norm von mindestens zwei Stunden Bewegung pro Woche festlegen. Die Autoren sind jedoch der Meinung, dass dies nicht ausreicht und an die alten Systeme der"Schulsportpartnerschaften" erinnert.

Was sie vorschlagen:

  • tägliche Bewegung, statt ein- oder zweimal pro Woche;

  • mehr Aktivitätsmöglichkeiten, nicht nur Mannschaftswettbewerbe - für diejenigen, die keinen ergebnisorientierten Sport mögen;

  • qualifizierte Sportlehrer und normale Bedingungen;

  • die Berücksichtigung der Meinung der Kinder: was ihnen gefällt und was sie im Unterricht abschreckt.

Die Autoren betonen, dass die Schule für einige Kinder manchmal der einzige Ort ist, an dem sie überhaupt Sport treiben können (z.B. aufgrund von Armut oder häuslichen Verpflichtungen). Sie argumentieren daher, dass Sport kein 'Nebenfach' sein sollte, sondern ein wichtiger Teil des Schullebens.

Die Studie ist jedoch nicht nur für Großbritannien relevant.

In der Ukraine geschehen zwei Dinge gleichzeitig mit dem Sportunterricht: Auf der Ebene der Vorschriften bleibt er obligatorisch und "normativ", aber auf der Ebene der Realität wird er durch den Krieg stark umgestaltet (Sicherheit, zerstörte Schulen, Fernunterricht, fehlende Hallen).

Was "in den Büchern" steht

  • Der Sportunterricht ist obligatorisch und muss mindestens 3 Mal pro Woche stattfinden - so steht es ausdrücklich im Gesetz über Sport und Sport.

  • Im Rahmen der NUSH-Reform aktualisiert das MES die Inhalte: Es gibt Modellprogramme für die Klassenstufen 5-9(Version 2024), die den Schwerpunkt auf Kompetenzen, Bewegungsmotivation und Gesundheit legen und einen Kriegskontext einbeziehen (z.B. Formulierungen über die Bereitschaft zur staatsbürgerlichen/verfassungsrechtlichen Pflicht).

  • Die MES gibt auch methodische Empfehlungen für das Schuljahr für den Sportunterricht heraus (einschließlich 2024/25), in denen die Kriegsbedingungen und die Unterrichtsausfälle separat berücksichtigt werden.

Was aufgrund des Krieges "vor Ort" ist

  • In vielen Schulen findet der Sportunterricht nicht systematisch statt: einige Kinder besuchen den Vollzeitunterricht, andere den gemischten Unterricht oder den Fernunterricht, und die MES aktualisiert regelmäßig die Regeln für den Fernunterricht unter Kriegsrecht (School Offline Policy und neue Anforderungen/Fachrichtungen).

  • Auch die Infrastruktur ist ein ernstes Problem: Tausende von Bildungseinrichtungen wurden seit Beginn der Invasion beschädigt oder zerstört, was sich unter anderem auf Turnhallen und Schulgelände auswirkt (ein Teil der Wiederaufbauprojekte zielt darauf ab, "die Schulen wieder in Gang zu bringen").

  • Humanitäre Programme laufen parallel dazu: UNICEF beschreibt zum Beispiel Fälle, in denen Turnhallen wiederhergestellt/isoliert werden, damit die Kinder Sport treiben und psychologisch "ausatmen" können.

Was wird getan, um Sport in der Schule "lebendig" zu machen?

  • Der Staat und seine Partner fördern aktiv den Breitensport in der Schule durch Wettbewerbe: Das Projekt "Play-o-play: All-Ukrainian school leagues" läuft bereits seit mehreren Saisons und erweitert die Sportarten