Soziale Medien führen zu emotionalem Burnout bei Teenagern, sagen Wissenschaftler
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Eine neue internationale Studie von Wissenschaftlern aus Singapur und Australien hat die Befürchtungen vieler Eltern und Pädagogen bestätigt: Die übermäßige Nutzung sozialer Medien wirkt sich nachteilig auf die Psyche und die kognitiven Fähigkeiten junger Menschen aus.
Die Abhängigkeit von Plattformen wie TikTok führt zu verminderter Konzentration, emotionaler Instabilität und sogar zu suchtähnlichem Verhalten,so die Ergebnisse der Nanyang Technological University (NTU, Singapur), des Research Network und der in den USA ansässigen KI-Plattform ListenLabs.ai.
Die Studie umfasste 583 Teilnehmer im Alter von 13 bis 25 Jahren und ihre Eltern aus Singapur und Australien.
Das wichtigste Ergebnis war, dass soziale Medien das "fast zwanghafte Verhalten" junger Menschen prägen. Etwa 68 Prozent der Teenager berichteten von Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen. Viele gaben zu, dass sie nicht einmal kurze Videos von etwa einer Minute Dauer zu Ende ansehen konnten.
"Wegen TikTok ist meine Aufmerksamkeitsspanne so kurz geworden, dass ich nicht einmal ein einminütiges Video ansehen kann", gab ein Teilnehmer zu.
Die Autoren glauben, dass eine der Hauptursachen für dieses Phänomen die Entstehung einer Dopaminsucht ist: Soziale Medien trainieren das Gehirn darauf, ständig nach Aktualisierungen und sofortigen Belohnungen zu suchen, was die Fähigkeit zu tiefgründigem, analytischem Denken verringert.
Professor Gemma Calvert, Neurowissenschaftlerin und leitende Forscherin des Projekts, erklärte:
"Unser Gehirn gewöhnt sich an ständige Neuerungen und sofortige Belohnungen. Mit der Zeit verringert sich dadurch die Fähigkeit des Menschen, sich zu konzentrieren und tiefgründig zu denken. Dieser Mechanismus ähnelt der Suchtentstehung, bei der jedes Mal mehr Reize benötigt werden, um Befriedigung zu empfinden."
Die Auswirkungen der sozialen Medien auf die schulischen Leistungen junger Menschen waren ebenfalls ein wichtiges Ergebnis. Die Teilnehmer gaben zu, dass sie Schulaufgaben nicht ohne häufige Unterbrechungen auf ihren Smartphones erledigen können, was nach Ansicht der Wissenschaftler die zukünftige Generation von Fachkräften gefährdet. 65% der Teenager glauben, dass solche Gewohnheiten ihre Chancen auf ein erfolgreiches Studium und eine erfolgreiche Arbeit in der Zukunft verschlechtern werden.
Zwischen den Ländern wurden Unterschiede in der Wahrnehmung sozialer Netzwerke festgestellt: Jugendliche in Singapur bewerteten die positiven Auswirkungen der vom Bildungsministerium eingeführten Beschränkungen für die Nutzung von Telefonen in Schulen. Die australischen Teilnehmer hingegen äußerten sich besorgt darüber, dass es in ihrem Land keine ähnlichen Maßnahmen gibt.
Der Mitverfasser der Studie, James Breeze, Geschäftsführer des Research Network, betonte:
"Es ist an der Zeit, dass Plattformen und Gerätehersteller die Verantwortung für das Wohlbefinden der Nutzer übernehmen. Wir müssen aufhören, Benutzeroberflächen zu entwerfen, die die Aufmerksamkeit monetarisieren, und anfangen, sie so zu gestalten, dass sie wiederhergestellt wird.
Was wir brauchen, so Breeze, sind standardmäßig eingebaute Hilfsmittel wie Hinweise auf die Nutzungsdauer, Pausenerinnerungen und Elemente, die das unendliche Scrollen begrenzen:
"Diese Mechanismen schränken den Nutzer nicht ein, sondern geben ihm die Kontrolle über seine Aufmerksamkeit zurück."
Das Besondere an der Studie ist, dass sie mit Hilfe der künstlichen Intelligenz ListenLabs.ai durchgeführt wurde, die es ermöglichte, die natürlichen Sprachantworten der Teilnehmer anstelle von standardisierten Fragebögen zu erfassen. Dadurch konnte die Datenverarbeitung erheblich beschleunigt werden: Statt sechs Monaten dauerte die Analyse nur zwei Tage.
Die Studie wurde von Ella Carnegie-Brown (19) initiiert, einer Praktikantin des Forschungsnetzwerks, die bemerkte, dass ihre Altersgenossen zunehmend unter Angst vor den sozialen Medien litten, was sich auf ihr Studium und ihre sozialen Kontakte auswirkte.
"Als Mitglied der Generation Z denke ich, dass es wichtig ist, das Bewusstsein zu schärfen und ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie soziale Medien uns nicht nur heute, sondern auch in Zukunft beeinflussen", sagt sie.
Die Autoren planen, den vollständigen Bericht zur Verwendung in Schulen und relevanten Behörden zu veröffentlichen und langfristige Untersuchungen durchzuführen, um die dynamischen Auswirkungen der sozialen Medien auf die emotionale Gesundheit junger Menschen zu verfolgen.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












