Spuren eines "antiken Maschinengewehrs" wurden in Pompeji gefunden
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Wissenschaftler haben ungewöhnliche Spuren an den Wänden des antiken Pompeji gefunden, die möglicherweise auf Schnellfeuerwaffen zurückzuführen sind. Es handelt sich um den möglichen Einsatz von Polybola, einer Vorrichtung, mit der Geschosse in Serie abgefeuert werden können. Die Entdeckung hilft, besser zu verstehen, wie die Belagerung der Stadt vor dem Ausbruch des Vesuvs ablief.
Archäologen haben schon lange verschiedene Arten von Schäden an den Nordwänden von Pompeji festgestellt. Große runde Vertiefungen wurden dem Einschlag von Steinkugeln aus Katapulten zugeschrieben, aber auch kleinere, viereckige Löcher, die fächerförmig angeordnet waren, wurden in ihrer Nähe gefunden.
Bisher hielt man sie für normale Zeichen der Zerstörung, aber eine neue Studie legt eine andere Erklärung nahe.
Details
Die Wissenschaftler erstellten mithilfe von Laserscanning und Photogrammetrie hochpräzise 3D-Modelle der Schäden. Analysen der Form, Tiefe und Lage der Löcher zeigten, dass sie von schnellem und konsequentem Beschuss stammen könnten.
Den Forschern zufolge könnten diese Spuren von einer Maschine namens Polybol (Polybolos) stammen - einem antiken Mechanismus, der automatisch einen Bolzen nach dem anderen zuführen und wieder loslassen kann.
Die charakteristische fächerförmige Anordnung der Löcher stimmt mit der Art und Weise überein, wie ein solches Gerät beim Beschuss einen Abschnitt der Mauer "aushöhlen" könnte.
Ein Vergleich mit antiken technischen Beschreibungen und tatsächlichen Geschossen von anderen römischen Militärdenkmälern ergab eine weitere Bestätigung.
Wissenschaftler führen diese Schäden auf die Belagerung von Pompeji durch Lucius Cornelius Sulla im 1. Jahrhundert v. Chr. zurück. Dank der Tatsache, dass die Stadt bald darauf unter der Asche des Vesuvs begraben wurde, sind die Spuren der Schlacht fast unverändert erhalten geblieben.
Warum das wichtig ist
Die Studie hilft,:
- die Militärtechnik der Antike besser zu verstehen
- die Details der Belagerung von Pompeji zu klären
- den Entwicklungsstand der antiken Waffentechnik zu revidieren
Die Wissenschaftler sagen, dass solche Erkenntnisse unsere Vorstellung von den Fähigkeiten antiker Armeen verändern könnten - einige Mechanismen könnten viel ausgefeilter gewesen sein als angenommen.
Hintergrund
Der Polybolus wurde bereits in antiken Quellen als eine Art Katapult mit automatischer Projektilabgabe beschrieben. Tatsächliche Beweise für seine Verwendung sind jedoch selten.
Quelle
Die neue Studie wurde in der Zeitschrift Heritage veröffentlicht und basiert auf der Analyse von Schäden an den Mauern von Pompeji mit Hilfe moderner digitaler Techniken.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












