Studie: Arbeiten nach der Pensionierung verbessert die Lebenszufriedenheit
Eine Vollzeitbeschäftigung nach dem Eintritt in den Ruhestand erhöht die Zufriedenheit, insbesondere bei Männern.
Eine neue Studie, die im Journal of Happiness Studies veröffentlicht wurde, beschreibt, wie sich die Fortsetzung der Arbeit über das Rentenalter hinaus auf die Lebenszufriedenheit und das emotionale Wohlbefinden auswirkt und wie sich diese Auswirkungen zwischen Männern und Frauen unterscheiden.
Die Forscher analysierten Daten aus dem Israel Central Bureau of Statistics Social Survey 2017-2020. Die Studie umfasste 3.326 Frauen im Alter von über 62 Jahren und 2.003 Männer im Alter von über 67 Jahren. Die Autoren bewerteten die Faktoren, die die Entscheidung zu arbeiten beeinflussen, wobei sie zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung unterschieden, und verglichen sie mit Messungen der Lebenszufriedenheit und des emotionalen Wohlbefindens.
Die Ergebnisse zeigten: Arbeiten nach der Pensionierung war im Allgemeinen positiv mit dem Wohlbefinden verbunden, aber der Effekt hing vom Geschlecht und den Arbeitsbedingungen ab.
Männer, die Vollzeit arbeiteten, berichteten über eine höhere Lebenszufriedenheit und ein höheres emotionales Wohlbefinden, unabhängig von der Art der Beschäftigung.
Bei Frauen stieg die Lebenszufriedenheit nur bei hochrangigen und gut bezahlten Positionen, und dies ging nicht mit einer Verbesserung des emotionalen Wohlbefindens einher.
Die Autoren führen den Unterschied zwischen den Geschlechtern auf die traditionellen sozialen Rollen zurück: Für Männer ist die Arbeit oft ein Schlüsselelement der Selbstidentität, während Frauen vielleicht in anderen Bereichen Sinn und Erfüllung finden.
Auch die Motive, weiter zu arbeiten, sind unterschiedlich. Sowohl Männer als auch Frauen mit größerer finanzieller Bedürftigkeit streben eher eine Vollzeitbeschäftigung an. Frauen mit guten Karriereaussichten neigen jedoch auch zu einer Vollzeitbeschäftigung, während sie in Ermangelung einer geeigneten Beschäftigung soziale Interaktion aus anderen Quellen beziehen können.
Eine Teilzeitbeschäftigung wurde als schwächer mit dem Wohlbefinden assoziiert, insbesondere bei Männern. Die Forscher vermuten, dass dies auf die geringere Stabilität oder das geringere Prestige solcher Arbeitsplätze zurückzuführen sein könnte. Unter den älteren Männern gab es mehr von denen, die weiterhin Vollzeit arbeiteten, während Frauen sich eher für eine Teilzeitbeschäftigung entschieden.
Die Arbeit nach dem Eintritt in den Ruhestand wirkte sich nicht negativ auf das Wohlbefinden aus, sondern verbesserte es in einigen Fällen sogar. Die Forscher weisen jedoch auf einen möglichen 'Selbstselektions'-Effekt hin: Gesunde Menschen arbeiten eher weiter, während Menschen mit gesundheitlichen Problemen die Arbeit möglicherweise als zusätzlichen Stressfaktor empfinden.
Zu den Einschränkungen der Studie gehören das Fehlen detaillierter Daten zu Berufen und die ausschließliche Erfassung der jüdischen Bevölkerung in Israel, was eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Länder und Kulturen erschweren könnte.