Studie: Im Ausland lebende Ukrainer erwägen seltener eine Rückkehr in die Ukraine
Bereits ab 2023 steigt der Anteil derjenigen, die zögern oder ihre Entscheidung aufschieben.
Nach Angaben des Razumkov Ukrainian Centre for Economic and Political Research. Laut dem Razumkov Ukrainian Centre for Economic and Political Research ist es für Ukrainer im Ausland immer unwahrscheinlicher, dass sie im Jahr 2025 eine Rückkehr in ihr Heimatland als eindeutige Perspektive wahrnehmen. Dies berichtete Olga Pishchulina, Expertin für Sozialprogramme des Zentrums, auf einer Pressekonferenz am 18. Dezember, wie Interfax-Ukraine sie zitierte.
Wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Zahl derjenigen, die beabsichtigen, in ihre Heimat zurückzukehren", sagte Pishchulina.
Wenn im Jahr 2022 viele erklärten, bald nach dem Ende der aktiven Feindseligkeiten zurückkehren zu wollen, dann wächst bereits ab 2023 der Anteil derjenigen, die die Entscheidung aufschieben oder zögern.
Der Expertin zufolge halten die Ukrainer auf der Werteebene an ihrer Heimat fest, aber die tatsächlichen Pläne für eine Rückkehr hängen vom Kontext ab: Sicherheit, wirtschaftliche Lage und staatliche Reintegrationspolitik. Unter den Migranten herrschen individuelle Szenarien vor: verzögerte Rückkehr, teilweise Rückkehr der Familie oder zirkuläre Mobilität. Schlüsselfaktoren sind Beschäftigung, Wohnung, Ausbildung der Kinder und der Grad der Integration im Aufnahmeland.
Experten warnen: Wenn die Ukraine nicht gemeinsam mit internationalen Partnern Anreize und Rückkehrprogramme entwickelt, könnten einige Ukrainer nach 2027 dauerhaft im Ausland bleiben.
Ohne klare strategische Dokumente und Aktionspläne für die Reintegration werden wir die derzeitige Situation weiter beobachten", betonte Pavlo Rozenko, Experte für Sozial- und Wirtschaftspolitik und ehemaliger stellvertretender Premierminister der Ukraine.
Der stellvertretende Direktor des Instituts für europäischen und transatlantischen Dialog, Benjamin Bobbe, fügte hinzu, dass die Ukrainer im Ausland eine wichtige Ressource für den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg seien.
Es ist wichtig, dass die europäischen Länder verstehen: Die Ukrainer mit ihrem Wissen sollten zurückkehren und ihr Potenzial für den Wiederaufbau der Ukraine nutzen", sagte er.
Die Studie enthält auch Empfehlungen für staatliche Stellen, lokale Regierungen und internationale Partner, um eine nationale Wiedereingliederungsstrategie zu entwickeln, die Rolle der Gemeinden zu stärken und nachhaltige sozioökonomische Bedingungen für zurückkehrende Bürger zu schaffen. Das Projekt wird mit Unterstützung der Hanns Seidel Stiftung in der Ukraine durchgeführt.