Symptome, die das Auftreten von Demenz in 20 Jahren vorhersagen

  1. Startseite
  2. Leben
  3. Gesunder lebensstil
  4. Symptome, die das Auftreten von Demenz in 20 Jahren vorhersagen
Welche 'gewöhnlichen' Beschwerden im mittleren Alter haben sich als Warnzeichen für Demenz herausgestellt?
CC0 Public Domain
23:00, 16.12.2025

Sechs spezifische Symptome von Depressionen im mittleren Lebensalter können mit einem erhöhten Risiko für Demenz mehr als zwei Jahrzehnte später in Verbindung gebracht werden. Dies geht aus einer Studie hervor, die von Wissenschaftlern des University College London (UCL) geleitet wurde.



Die Arbeit wurde in The Lancet Psychiatry veröffentlicht.

Depressionen im mittleren Lebensalter galten bisher als Risikofaktor für Demenz im Alter. Die neue Analyse zeigt jedoch, dass wahrscheinlich nicht die "Depression als Ganzes" eine Schlüsselrolle spielt, sondern eine begrenzte Anzahl von individuellen Erscheinungsformen.

Die Autoren identifizieren sechs Symptome, die, wenn sie im mittleren Alter auftraten, am stärksten mit einer späteren Demenzdiagnose verbunden waren:

  • verlust des Selbstvertrauens;

  • das Gefühl, Probleme nicht bewältigen zu können;

  • fehlen eines Gefühls von Wärme und Zuneigung für andere;

  • ständige Nervosität und Anspannung;

  • unzufriedenheit mit der Bewältigung von Aufgaben;

  • konzentrationsschwierigkeiten.

Den Forschern zufolge könnte eine stärkere Beachtung dieser Symptome bei der Behandlung von Depressionen bei Patienten mittleren Alters möglicherweise dazu beitragen, das Risiko einer Demenzerkrankung in der Zukunft zu verringern - obwohl der Zusammenhang noch weiter untersucht werden muss.

Wie die Studie durchgeführt wurde

Die Forscher analysierten die Daten von 5.811 Teilnehmern an dem britischen Langzeitprojekt Whitehall II. Die Depressionssymptome wurden zwischen 1997 und 1999 untersucht, als alle Teilnehmer demenzfrei und zwischen 45 und 69 Jahre alt waren (Durchschnittsalter etwa 55 Jahre). Zur Beurteilung wurde ein Fragebogen mit 30 gängigen depressiven Symptomen verwendet.

Der Gesundheitszustand der Teilnehmer wurde dann 25 Jahre lang anhand von nationalen Gesundheitsregistern nachverfolgt, in denen Demenzdiagnosen bis 2023 erfasst wurden. Während der Nachbeobachtungszeit entwickelten 10,1 Prozent der Teilnehmer eine Demenz.

Die Analyse zeigte: Menschen, die im mittleren Alter als depressiv eingestuft wurden (fünf oder mehr Symptome berichteten), hatten ein 27% höheres Risiko, später im Leben an Demenz zu erkranken. Die Forscher stellen jedoch klar, dass es die sechs spezifischen Symptome waren, die für dieses erhöhte Risiko bei Menschen unter 60 Jahren verantwortlich waren.

Die stärksten Assoziationen fanden sie für zwei Anzeichen: Verlust des Selbstvertrauens und Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Problemen - jedes dieser Symptome war mit einem um etwa 50 Prozent erhöhten Dem enzrisiko verbunden.

Warum diese besonderen Symptome wichtig sein könnten

Die Autoren vermuten, dass Anzeichen wie vermindertes Selbstvertrauen, Gefühle der Hilflosigkeit und Konzentrationsprobleme zu weniger sozialen Aktivitäten und einer geringeren 'kognitiven Belastung' (geistig anregende Aktivitäten) führen können. Dies beeinträchtigt möglicherweise die kognitive Reserve - die Fähigkeit des Gehirns, Schäden länger zu kompensieren und ein normales Denken aufrechtzuerhalten, selbst wenn Veränderungen eintreten.

Eine Reihe anderer depressiver Symptome - wie Schlafstörungen, Selbstmordgedanken oder einfach nur eine gedrückte Stimmung - wiesen dagegen langfristig keinen erkennbaren Zusammenhang mit Demenz auf.

Die Forscher betonen, dass weitere Arbeiten an anderen Stichproben erforderlich sind, um zu prüfen, ob die Ergebnisse auch für andere Bevölkerungsgruppen gelten.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Nachrichten nach Themen

Populäre Nachrichten

Kriegsnachrichten