Ukrainern in Polen werden die Leistungen gekürzt und die kostenlose Gesundheitsversorgung verweigert: Was ist der Grund dafür?

In Polen ist eine Debatte über die soziale Sicherheit ukrainischer Bürger entbrannt.

Präsident Karol Nawrocki hat sein Veto gegen einen Gesetzentwurf eingelegt, der erweiterte Zahlungen und Leistungen für arbeitslose Ukrainer vorgesehen hätte. Die Entscheidung gefährdet ihren Zugang zum beliebten Programm 800+ und zur kostenlosen medizinischen Versorgung.

Navrotsky erklärte, dass die staatlichen Mittel in erster Linie zur Unterstützung der Polen eingesetzt werden sollten. Ihm zufolge sollten soziale Initiativen wie die monatlichen Zahlungen im Rahmen des Programms 800+ und die kostenlose medizinische Versorgung den Ukrainern nur dann gewährt werden, wenn sie offiziell in Polen arbeiten.

Wir müssen für soziale Gerechtigkeit sorgen. Die Polen in ihrem eigenen Land sollten mindestens gleichgestellt sein mit unseren Gästen aus der Ukraine. Deshalb habe ich das Gesetz in der vorgeschlagenen Form nicht unterzeichnet", sagte der Präsident.

Alternative Vorschläge

Das Staatsoberhaupt schlug dem Parlament und der Regierung vor, sich innerhalb von zwei Wochen auf eine neue Version des Gesetzes zu einigen. Unter seinen Ideen:

  • verschärfung der Voraussetzungen für den Erwerb der polnischen Staatsbürgerschaft - Erhöhung der Aufenthaltsdauer von drei auf zehn Jahre;

  • einführung einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit für Manifestationen des "Banderismus", ähnlich wie die derzeitige Verantwortlichkeit für Propaganda des Faschismus.

Konsequenzen für die Ukrainer

Wenn im Seimas kein Kompromiss erzielt wird, laufen Zehntausende von Ukrainern Gefahr, einen Teil ihrer sozialen Garantien zu verlieren. Dies gilt insbesondere für das Programm 800+, das ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von Familien mit Kindern bleibt.

Seit dem 1. Juni 2025 sind die Regeln für seine Bereitstellung bereits geändert worden: Jetzt erhalten nur noch die Familien Zahlungen, deren Kinder tatsächlich polnische Schulen oder Kindergärten besuchen. Eine Ausnahme gilt für den offiziellen Heimunterricht. Für viele ukrainische Familien kann der Verlust der Zulage von 800 Zloty (etwa 9 Tausend Griwna) pro Kind und Monat eine drastische Verschlechterung ihrer finanziellen Situation bedeuten und sie sogar zur Rückkehr in die Ukraine zwingen.

Wie Socialportal schreibt, haben derzeit mehr als 4 Millionen Ukrainer einen vorübergehenden Schutzstatus in der EU. Den meisten ist es gelungen, einen legalen Status, eine Grundversorgung, Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und zum Arbeitsmarkt zu erhalten. Das Leben in einem fremden Land ist jedoch mit vielen Herausforderungen verbunden, und ein erheblicher Teil der Menschen lebt immer noch "zwischen zwei Welten". Was kann der Staat tun, um seine Bürger zurückzuholen und wie helfen sie dem Land, die Teil der ukrainischen Diaspora im Ausland geworden sind. Lesen Sie die Antworten auf diese und andere Fragen in der exklusiven Mater auf Socialportal.

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