Von der Beleidigung zur Selbstbestätigung: Wie sich die Rolle des Wortes 'Schlampe' verändert hat

Das Wort "Schlampe" ist eines der umstrittensten Wörter in der englischen Sprache.

Es kann sowohl eine Beleidigung als auch ein Kompliment sein, eine Erniedrigung und ein Akt der Selbstachtung. Seine Geschichte reicht mehr als tausend Jahre zurück, und in dieser Zeit hat sich die Bedeutung des Wortes mit der Gesellschaft verändert. Wie The Conversation schreibt, war sein Wesen schon immer mit Macht, Kontrolle und sozialen Rollen verbunden.

Das Wort erschien ursprünglich im Altenglischen als "bicce" und bedeutete einen weiblichen Hund. Doch schon damals wurde es als Metapher für "unwürdige" Frauen verwendet. Im antiken Griechenland und Rom war "Hund" auch ein gängiges Schimpfwort - für Frauen bedeutete es Promiskuität, für Männer Feigheit und Habgier.

Im 18. Jahrhundert war "Schlampe" zu einem der stärksten geschlechtsspezifischen Schimpfwörter geworden. Der britische Lexikograph Francis Grose definierte es 1785 als "den beleidigendsten Spitznamen, den man einer Frau geben kann". Trotz wechselnder Epochen ist das Wort nicht verschwunden wie "Spitzmaus" oder "Hure". Es hat überlebt - wegen seiner Flexibilität.

Heute wird "Schlampe" in Kontexten verwendet, die von Vorwürfen ("sie ist eine böse Schlampe") bis zu Bewunderung ("sie ist eine starke, unabhängige Frau") reichen. Das Wort ist in Liedern, in den sozialen Medien und auf der Straße zu hören und wird zunehmend zu einem Ausdruck der Selbstachtung und nicht zu einem Stigma.

Dennoch bleibt es ein mächtiges Instrument der Kontrolle. Eine Frau kann wegen Eigenschaften, die Männer als positiv ansehen - Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, sexuelles Selbstbewusstsein - als "Schlampe" bezeichnet werden. Ein Mann wiederum kann als "Schlampe" bezeichnet werden, um ihm Schwäche und mangelnde Männlichkeit vorzuwerfen.

Seit den 1960er Jahren haben Feministinnen damit begonnen, das Wort "zurückzufordern" und ihm eine neue Bedeutung zu geben. Das BITCH-Manifest der amerikanischen Aktivistin Jo Freeman oder der Song Bitch von Meredith Brooks (1997) interpretierten es beispielsweise als Zeichen der Stärke um. Phrasen wie "Boss-ass bitch" wurden als Ausdruck von Stolz auf die Unabhängigkeit populär.

Aber eine vollständige Rehabilitierung hat nicht stattgefunden. Es kommt immer noch auf den Kontext an: in einem freundlichen Gespräch ist es ein Witz, im Büro ist es ein Pejorativum. Selbst in LGBTQ+-Gemeinschaften, in denen das Wort manchmal warmherzig verwendet wird, kann seine Wahrnehmung außerhalb dieser Grenzen immer noch verletzend sein.