Warum Putins Propaganda in Großbritannien "nicht weiterlebt" - Antwort eines prominenten Journalisten

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Luke Garding: "Die Briten halten Putin für einen Lügner und Mörder. Propaganda funktioniert hier nicht.

Der britische Journalist und Korrespondent von The Guardian Luke Garding ist einer der wenigen ausländischen Reporter, die nach dem Kalten Krieg aus Russland ausgewiesen wurden. Er wurde auf die schwarze Liste des Kremls gesetzt, nachdem er Veröffentlichungen veröffentlicht hatte, die das Vorgehen der russischen Behörden bloßstellten. In einem Interview mit Slawa.tv sprach Garding über den Einfluss der russischen Propaganda, die britische Haltung zum Krieg in der Ukraine und die Gründe, warum Donald Trump der pro-russischste Präsident in der Geschichte der USA bleibt.

Warum die russische Propaganda in Großbritannien nicht Fuß fasst

Garding zufolge gibt es dafür mindestens zwei Gründe. Der erste ist der historische Sinn für Gerechtigkeit und die britische Sympathie für die schwächere Seite:

Es handelt sich nicht um einen Konflikt unter Gleichen. Russland, eine große Militärmacht mit riesigen Territorien und Ressourcen, versucht, eine kleinere Demokratie zu zerstören. Die Unterstützung der Ukraine wird als ein Element des Fair Play wahrgenommen", erklärt der Journalist.

Der zweite Grund, glaubt er, ist für die Briten viel persönlicher - die Erfahrung ihrer eigenen Zusammenstöße mit den Methoden des Kremls:

Russische Attentäter kamen in unser Land, um ihre Dissidenten zu beseitigen. Das hat die Einstellung geprägt: Man ist sich hier bewusst, dass Putin ein KGB-Mann ist, was bedeutet, dass er die ganze Zeit lügt. Er hat keine moralischen Zwänge, jeden zu eliminieren, den er als Feind betrachtet.

Aus diesem Grund, so Garding, findet die russische Desinformation in Großbritannien keinen großen Widerhall, anders als in anderen Ländern, in denen die öffentliche Wahrnehmung Russlands weniger eindeutig sein mag.

Wie Socialportal schreibt, behauptet die zeitgenössische russische Ideologie, sowohl der Erbe der UdSSR als auch des russischen Reiches zu sein. Diese widersprüchliche eklektische Kombination, mit der Wladimir Putin seinen Einmarsch in die Ukraine sowohl gegenüber dem russischen Volk als auch gegenüber der Außenwelt erklärt, zum Beispiel in einem berüchtigten Interview mit Tucker Carlson, ist alles andere als historisch korrekt. Die russischen Behörden halten sie jedoch wahrscheinlich für ausreichend, um eine äußere Aggression und eine innere Mobilisierung zu begründen. Weitere Einzelheiten über das Wesen der zeitgenössischen russischen Ideologie finden Sie auf Socialportal.