Warum Sportler plötzliche Herzstillstände erleiden - Erklärung der Ärzte
Können Sie nach der Diagnose einer Herzerkrankung zum Sport zurückkehren?
Der plötzliche Herzstillstand bei Sportlern ist ein seltenes, aber äußerst gefährliches Ereignis, das am häufigsten während des Wettkampfs und des Trainings auftritt. Neue Daten zeigen, dass solche Episoden oft die erste Manifestation einer zuvor nicht diagnostizierten Herzerkrankung sind. Dies geht aus einem Bericht der Yale School of Medicine hervor, der im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.
Laut den Autoren, darunter die Kardiologin Rachel Lampert, tritt der plötzliche Herzstillstand am häufigsten vor dem Hintergrund intensiver körperlicher Aktivität auf. Die Hauptursachen sind vererbte strukturelle Herzerkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie, elektrische Überleitungsstörungen - wie das verlängerte QT-Syndrom - und angeborene Anomalien.
Die Gefahr besteht darin, dass viele dieser Erkrankungen asymptomatisch sein können und ohne eine gezielte Untersuchung unerkannt bleiben. Infolgedessen wird der Herzstillstand zum ersten und dramatischsten Anzeichen einer Erkrankung.
Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Prävention. Zur Primärprävention gehört die Erkennung einer latenten Herzerkrankung, bevor ein Sportler an die Startlinie geht. Eines der wichtigsten Instrumente hierfür ist die Elektrokardiographie (EKG), die inzwischen von etwa der Hälfte der Programme der US National Collegiate Athletic Association eingesetzt wird. An der Yale University gehört das EKG zum Standardverfahren für die Freigabe von Athleten für den Wettkampf.
Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass ein EKG allein nicht ausreicht - die Ergebnisse müssen von Fachleuten kompetent interpretiert und gegebenenfalls medizinisch weiter überwacht werden.
Die Sekundärprävention - Maßnahmen im Moment des Herzstillstands - ist ebenso wichtig. Dazu gehört ein gut ausgearbeiteter Notfallplan, der die sofortige Einleitung der Herz-Lungen-Wiederbelebung, den Einsatz automatischer externer Defibrillatoren und die Koordination der weiteren medizinischen Versorgung umfasst.
Der Bericht befasst sich insbesondere mit der Frage, wie Sportler nach der Diagnose einer Herzerkrankung in den Wettkampf zurückkehren können. Früher bedeuteten solche Diagnosen oft ein automatisches Verbot, die Karriere fortzusetzen. Die aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass einige Athleten mit der richtigen Behandlung und Überwachung sicher zum Training zurückkehren können.
Die Autoren betonen, wie wichtig eine gemeinsame Entscheidungsfindung ist, bei der der medizinische Rat mit den eigenen Werten, Zielen und der Risikotoleranz des Sportlers in Einklang gebracht wird. Dieser Ansatz geht weg von starren Verboten und hin zu einer individuellen Beurteilung der Situation.
Den Forschern zufolge trägt die Übersicht dazu bei, unzusammenhängende Daten zu systematisieren und Wissenslücken aufzuzeigen, insbesondere in Bezug auf seltene erbliche Herzerkrankungen. Weitere Forschung ist notwendig, um die Diagnoseprotokolle und die Teilnahmeberechtigung von Sportlern zu verbessern.