Was passiert mit einer Zigarettenkippe nach 10 Jahren - die Antwort der Wissenschaftler
Eine weggeworfene Zigarettenkippe verschwindet nicht nach ein paar Monaten, wie viele Menschen denken. Eine neue Studie zeigt, dass sie sogar noch nach 10 Jahren in der Umwelt verbleibt - und zu einer Quelle von Mikroplastik wird.
Zigarettenstummel sind die häufigste Art von Abfall auf der Welt. Billionen davon landen jedes Jahr in der Natur.
Das Hauptproblem ist, dass Zigarettenfilter nicht aus Papier, sondern aus Zelluloseacetat bestehen, einer Art Kunststoff, der sich nicht zersetzen lässt.
Wissenschaftler führten eine Langzeitstudie durch und verfolgten 10 Jahre lang, was mit Zigarettenkippen in verschiedenen Umgebungen - von städtischen Oberflächen bis zum Boden - geschieht.
Die Details
In den ersten Wochen, nachdem die Zigarettenkippe der Umwelt ausgesetzt wurde, beginnt sie sich wirklich zu zersetzen:
einige der Substanzen werden ausgelaugt, die äußere Schicht wird beschädigt.
Aber dann verlangsamt sich der Prozess dramatisch.
Unter ungünstigen Bedingungen - z.B. in der Stadt oder auf schlechten Böden - hören die Filter praktisch auf, sich zu zersetzen und können auch nach Jahren noch fast unverändert bleiben.
Selbst in "lebendigeren" Böden mit einer aktiven Mikroflora geht die Zersetzung sehr langsam vonstatten.
Nach 10 Jahren:
- im besten Fall sind etwa 80 Prozent der Masse verschwunden
- in städtischen Gebieten nur etwa 50 Prozent
Das heißt, ein erheblicher Teil des Materials verbleibt noch im Boden.
Was wird aus einem Zigarettenstummel?
Mit der Zeit verschwindet der Filter nicht, sondern verändert seine Form.
Mikroskopisch kleine Fasern:
- zerfallen
- vermischen sich mit dem Boden
- bilden dichte Partikel
So wird der Zigarettenstummel zu Mikroplastik, das Teil des Bodens wird.
Frische Zigarettenstummel sind besonders gefährlich - sie setzen Nikotin, Schwermetalle und andere giftige Substanzen frei.
Mit der Zeit nimmt die Giftigkeit ab, aber sie verschwindet nicht vollständig.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Rückstände von Zigarettenkippen selbst nach Jahren noch eine spürbare biologische Wirkung auf die Umwelt haben.
Warum das wichtig ist
Die Studie zeigt: Zigarettenstummel verhalten sich nicht wie gewöhnlicher Müll, der sich mit der Zeit zersetzt.
Sie:
- bleiben lange Zeit bestehen
- verwandeln sich in Mikroplastik
- beeinträchtigen weiterhin das Ökosystem
Angesichts des Ausmaßes der Verschmutzung sind Zigarettenkippen damit eines der am meisten unterschätzten Umweltprobleme.
Eine weggeworfene Zigarettenkippe verschwindet nicht - sie bleibt jahrelang in der Natur, verwandelt sich allmählich in Mikroplastik und verschmutzt die Umwelt weiter.
Wer hat die Forschung durchgeführt?
Die Arbeit wurde von Professor Giuliano Bonanomi von der Universität Frederick II in Neapel koordiniert, einem Spezialisten für Pflanzenpathologie.
Er untersucht, wie Mikroorganismen im Boden die Pflanzengesundheit und die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen beeinflussen. Seine Forschung konzentriert sich auch auf die Rolle von Bodenbakterien und Pilzen bei der Entstehung von Pflanzenkrankheiten und auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Bodengesundheit, unter anderem durch Kompost und Biokohle.
In den letzten Jahren hat er Modelle entwickelt, die helfen, die Bodengesundheit vorherzusagen und Risiken für die Landwirtschaft zu managen.